Das Rätsel um den Trierer Schulhofzaun

Infrastruktur : Das Rätsel um den Trierer Schulhofzaun

Ein abgesperrter Gang, der quer über den Pausenhof der Grundschule Ehrang führen soll, löst insbesondere bei Eltern Irritationen aus. Die Stadt hält sich dazu bedeckt.

Noch präsentiert sich der Pausenhof der Grundschule St. Peter Ehrang als durchgehende Fläche. Am hinteren Ende neben der Rückwand des Feuerwehrhauses steht eine Kletterseilkonstruktion, die von den Kindern in den Pausen gerne zum Austoben genutzt wird. Doch der Pausenspaß auf dem weiten Hof und mit dem Spielgerät könnte bald Vergangenheit sein, befürchten viele Eltern.

Die Stadt plant einen gepflasterten Fußweg quer über den Platz, der den nahen Rewe-Parkplatz durch ein neues Tor in der alten Stadtmauer direkt mit der Oberstraße verbinden soll. Bei den Eltern vom Förderverein der Grundschule stößt der Plan auf Ablehnung, zumal 80 Meter entfernt vom heutigen Durchlass durch die Stadtmauer ein weiterer Fußweg mit Mauerdurchbruch geplant ist. Dieser zusätzliche Weg soll vom Parklatz über den Lehrerparkplatz hinter der Schule zur Oberstraße führen.

Öffentlichen „Durchgangsverkehr“ von Rewe-Markt zur Oberstraße gibt es schon heute über das Schulgelände – aber nur zu bestimmten Zeiten. Das vorhandene Tor in der Mauer ist normalerweise verschlossen und wird für Passanten erst ab 16 Uhr geöffnet. Gleiches gilt für das Tor am Schulgitter zur Oberstraße hin. Dies entspricht dem verständlichen Wunsch der Schulleitung und fußt auf Erfahrung. Danach stehen die Tore auch abends und in der Nacht offen.

Das Problem: Ungebetene jugendliche Besucher nehmen den Schulhof mitunter abends und in der Nacht für sich als „Party-Zone“ (Originalton Ortsvorsteher Bertrand Adams) in Anspruch. Mit allen unangenehmen Folgen wie Lärmbelästigung der Anwohner und der Müll am Morgen.

Auch Schulleiterin Conny Haag wünscht schon aus diesem Grund keine dauerhafte Öffnung des Schulgeländes. „Wenn schon dieser ständig offene Durchgang sein muss, dann nur deutlich mit einem Zaun vom Schulhof getrennt“, sagt sie. Dies sei einerseits zur Sicherheit der Kinder erforderlich, andererseits lasse sich nur so ein Wiederaufleben der nächtlichen Umtriebe auf dem Schulgelände verhindern. Haag: „Wer würde dann den auf dem Schulhof zurückbleibenden Müll beseitigen? Das macht, wenn etwas rumliegt, ohnehin schon das Lehrerkollegium, denn unser Hausmeister ist seit längerer Zeit schon krank.“ Haag sichert aber zu, dass die Kinder während der Pausen durch ein abschließbares Tor weiterhin Zugang zum Spielgerät erhalten.

Sicher ist, dass der öffentliche Weg mit Zaun über den Schulhof kommt. Die Planung steht, wobei auch eine durchgehende Begrünung des Zauns mit einer Hecke vorgesehen ist. Auf allgemeines Unverständnis stößt jedoch die kostenträchtige Absicht der Planer, für den Fußweg etwa 30 Meter neben dem heutigen Tor die historische Stadtmauer erneut zu durchbrechen. Im Gegenzug soll das bestehende Tor dann zugemauert werden.

Mehrere Anfragen des TV zu den aktuellen Planungen bei der Stadt blieben bisher unbeantwortet. Indirekt war zu vernehmen, dass wohl „freie Durchsicht vom Parkplatz bis zur Oberstraße“ gewollt ist, um die Entstehung eines „Angstraumes“ zu verhindern.

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