Das Trierer Autohaus Buschmann setzt auf den Westen

Stadtentwicklung : Deutlich größer am neuen Standort – Autohaus Albert Buschmann setzt auf Trier-West

Der Traditionsbetrieb expandiert und zieht dafür von der Kaiser-Wilhelm-Brücke an einen neuen Standtort, mitten im Entwicklungsgebiet des Stadtumbauprojekts Trier-West.

Die Reaktivierung der Weststrecke zur schnellen Bahnverbindung nach Luxemburg lässt zwar noch auf sich warten. Die positiven Auswirkungen auf den Stadtteil Trier-West sind aber bereits jetzt spürbar. Und auch die hohen finanziellen Förderungen aus dem Programm Stadtumbau zeigen Wirkungen. Ein zentrales Element ist dabei eine neue Straße durch das Entwicklungsgebiet, die von der Römerbrücke bis zum neuen Kreisverkehr Im Speyer nahe dem ehemaligen Bahnausbesserungswerk verlaufen wird. Auf diese attraktive Verbindung setzt auch das Autohaus Albert Buschmann, das hier sein neues Betriebsgebäude baut.

„Wir sind hellhörig geworden, als die Diskussion um die Weststrecke begonnen hat“, sagt Firmenchef Willy Buschmann, dessen korrekte Vornamen eigentlich Albert Wilhelm lauten. Die benötigt er allerdings nur, wenn wenn er den offiziellen Namen seines Betriebs erklären muss. Weil ein neuer Haltepunkt der Weststrecke an der Kaiser-Wilhelm-Brücke entstehen soll, genau gegenüber dem derzeitigen Standort, habe er handeln müssen.

Helmut Leiendecker und der neue Standort für das Autohaus Buschmann

Denn auf der kleinen Fläche zwischen der Bahnstrecke und der Straßenrampe zur Brücke firmiert das Unternehmen zwar schon seit 68 Jahren. Wegen des Wachstums der beiden vertriebenen Marken ­Ssangyong und Isuzu sind diese 2000 Quadratmeter aber zu wenig. „Am neuen Standort haben wir 7000 Quadratmeter“, macht der 69-Jährige die Veränderungen deutlich, der mit seiner Tochter Nicole Buschmann (Verkauf) und dem Stiefsohn Maximilian Ferring (Werkstatt) bereits die Nachfolge geregelt hat.

Stahlstreben auf dem Grundstück des zukünftigen Firmensitzes mit der Adresse Über Brücken 11 markieren bereits die Dimension des neuen Betriebs. Eröffnung soll im Sommer sein. „Wir werden über einen deutlich größeren Schauraum und eine sehr moderne Werkstatt verfügen, die uns deutlich leistungsfähiger machen wird“, erklärt der Seniorchef bei der Besichtigung mit dem Trierischen Volksfreund. „Wir werden dort über modernste und umweltschonende Technik verfügen“, ergänzt Verkaufsleiterin Nicole Buschmann. Das Team der 13 Beschäftigten werde um drei bis vier Mechaniker für den Kundendienst vergrößert.

Drei Millionen Euro wird das Familienunternehmen nach eigenen Angaben investieren. Willy Buschmann lobt die Stadtverwaltung für faire Verhandlungen. „Die Stadt ist früh auf uns zugekommen. Da uns ein weiteres Gelände an der Weststrecke gehörte, das für den geplanten Kreisverkehr an der Hornstraße benötigt wird, haben wir uns zügig geeinigt.“ Bis McTrek, das dort Mieter ist, an einen neuen Standort umziehen muss, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Erst einmal baut die Stadt ab Mitte 2020 den Kreisverkehr an der Römerbrücke.

Was die Stadt mit den 2000 Quadratmetern an der Kaiser-Wilhelm-Brücke konkret machen wird, weiß sie noch nicht. „Es gibt für das Grundstück noch keine konkrete Planung“, sagt Iris Wiemann-Enkler, Leiterin des Stadtplanungsamts Trier. Im Zusammenhang mit dem

Foto: TV/Schramm, Johannes

geplanten Bahnhaltepunkt werde die Stadt Trier allerdings auch einige Veränderungen und Anpassungen im angrenzenden Straßenraum vornehmen. „Dazu gehört auch eine verbesserte Fuß- und Radwegeanbindung auf die Kaiser-Wilhelm-Brücke und Richtung Hochschule. Dazu wird das Grundstück benötigt.“

Blick von der Kaiser-Wilhelm-Brücke auf das Autohaus Buschmann. Dieser Standort wird in einigen Monaten aufgegeben und in den Südwesten verlagert. Foto: Rainer Neubert

Die Familie Buschmann wird das mit Interesse verfolgen. Ihr Augenmerk liegt aber schon jetzt auf dem neuen Standort. Als Markenbotschafter dafür haben sich die Juniorchefs Max Ferring (28) und Nicole (39) einen prominenten Trierer mit ins Boot geholt. In Videoclips spielt Helmut Leiendecker eine Hauptrolle und schwärmt, „datt dat et ­schiinste Autohaus in Trier gitt“. Sortiment und Service-Angebote sollen dort erweitert werden. Was es damit auf sich hat, verrät Willy Buschmann noch nicht. „Wir stellen uns den Herausforderungen im KFZ-Gewerbe“ verdeutlicht der Seniorchef. „Alles andere wäre tödlich.“