Das Trierer Museum am Dom hat die Eröffnung des Bundeswettbewerbs „lyrix“ gefeiert.

Kunst : Nachwuchs-Lyriker erproben ihr Können

Das Trierer Museum am Dom hat die Eröffnung des Bundeswettbewerbs „lyrix“ gefeiert.

„Heimat(en)“ – Was bedeutet das für mich und wie kann ich diese Gedanken und Gefühle in Worte fassen – noch dazu in Gedichtform? Dieser Aufgabe haben sich  rund 70  Schüler aus Daun und Saarburg gestellt, die bei der Eröffnung des bundesweiten Wettbewerbs für junge Lyrik „lyrix“ in Trier teilnahmen.

Zum ersten Mal fand die Eröffnung im Museum am Dom statt, das gemeinsam mit dem Stadtmuseum Simeonstift, dem Rheinischen Landesmuseum sowie dem Karl-Marx-Haus die Räume bietet, in denen die jungen Nachwuchstalente in kreativer Atmosphäre ihre Worte zu Papier bringen können. Der Wettbewerb findet jeden Monat in einer anderen Stadt statt und steht im September unter der Schirmherrschaft der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin  Stefanie Hubig. Museumsdirektor Markus Groß-Morgen begrüßte als Gastgeber die Schüler, Bernhard Bremm als Vertreter von Bildungsministerin Hubig, Malte Blümke von der „lyrix“-Jury, sowie drei erfahrene Lyriker: Safiye Can, Bas Böttcher und Martin Piekar, die die insgesamt sieben Schreib-Werkstätten mit den Schülerinnen und Schülern leiteten. Das Oberthema dieses Monats, „Heimat(en)“ sei vielschichtig und daher auch sehr inspirierend, sagte Kulturdezernent Thomas Schmitt bei der Eröffnung in Trier. So sei es wichtig, einen Ankerpunkt im Leben zu haben, genauso könne Heimat aber auch mit negativen Erfahrungen verbunden sein – etwa der Angst, wenn Heimat bedroht werde, wenn man Heimat durch Flucht und Vertreibung verliere. Er zeigte sich beeindruckt, dass die anwesenden Jugendlichen schon in der achten Klasse das Schreiben für sich entdeckt hätten.

So wie die 14-jährige Joline vom Thomas Morus Gymnasium in Daun, die eine AG für kreatives Schreiben an ihrer Schule besucht. Gemeinsam mit ihren Mitschülern konnte sie ihre Dichtkünste nach der Wettbewerbs-Eröffnung in der Schreib-Werkstatt mit Martin Piekar unter Beweis stellen. Piekar, selbst lyrix-Preisträger des Jahres 2010, arbeitete intensiv mit den Schülern an ihren Gedichten, sparte nicht mit kritischem und konstruktivem Feedback, ermutigte immer wieder, Überflüssiges zu streichen, noch einmal mit dem eigenen Werk Zwiesprache zu halten. Für Joline eine bereichernde Erfahrung: „Ich fand die Werkstatt total hilfreich und spannend.“

Der Bundeswettbewerb lyrix richtet sich an alle zehn- bis 20-jährigen Schülerinnen und Schüler und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Lyrik-Schreibwerkstätten zum Thema „Heimat(en)“ werden unter anderem von der Stadt Trier und der Nikolaus-Koch-Stiftung unterstützt. Neben dem Schreiben hatten die jungen Leute auch die Möglichkeit, sich Objekte in den Museen anzuschauen und mit Hilfe der bereitgestellten Unterrichtsmaterialien eigenständig oder als Klasse an dem Wettbewerb teilzunehmen. Jeden Monat werden sechs  Gewinner gekürt, aus denen am Ende des Jahres die zwölf Jahresgewinner ausgewählt werden. Diese gewinnen eine Reise nach Berlin mit Schreibwerkstatt, Preisverleihung und Lesung.

Die Gedichte können auch online eingereicht werden. Mehr Informationen gibt es unter: www.bundeswettbewerb-lyrix.de

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