Meinung : Das trojanische Zugpferd

Wer Malu Dreyer wählt, bekommt Malu Dreyer. Und als Zugabe Sven Teuber. Das ist das Angebot und das Kalkül der SPD Trier zur Landtagswahl 2021.

Denn sollte die beliebteste Politikerin im Land zum vierten Mal in Folge das Direktmandat in ihrer Heimatstadt erringen, reicht sie es weiter an Sven Teuber und konzentriert sich – ohne Sitz im Parlament – auf ihren Job als Landeschefin. Was 2016 erst nach Malu Dreyers Wiederwahl zur Ministerpräsidentin durch den Landtag passierte, ist diesmal mit Ansage der Plan, angekündigt bereits im Sommer 2016 von Malu Dreyer.

Wählertäuschung? Mogelpackung? Das sehen die A-Kandidatin, ihr Ersatzmann und die gesamte lokale SPD völlig anders. Sie locken mit dem Versprechen einer effektiven Trierer Doppelspitze in Mainz, die auch nur aufgrund der besonderen personellen Konstellation möglich ist. Sven Teuber hätte als Direktkandidat allenfalls Außenseiterchancen.

Klar, die CDU Trier schäumt. Auch vor blankem Neid. Denn da ist ja nicht nur das selbst ernannte Top-Duo in Mainz, sondern gemeinsam mit Oberbürgermeister Wolfram Leibe, ebenfalls Sozialdemokrat und effektiver Strippenzieher, ergibt sich eine populäre Troika. Einer Partei wohlgemerkt, die im Stadtrat hinter Grünen und CDU nur noch die Nummer drei ist.

Sven Teuber, von Beruf Gymnasiallehrer, hat sein politisches Schicksal an seine Mentorin gekoppelt. Nur wenn Malu Dreyer das Direktmandat in Trier gewinnt, kann er in den Landtag einziehen. Tut sie es nicht, dann ist seine landespolitische Karriere nach nur fünf Jahren erst mal zu Ende.

r.morgen@volksfreund.de