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Das Verfahren zum Verkauf der ehemaligen Trierer Pfarrkirche St. Paulus beginnt.

Immobilien : Mindestgebot: 1,95 Millionen Euro

Das Verfahren zum Verkauf von St. Paulus beginnt. Den Bering mit drei weiteren Gebäuden gibt es nur als Ganzes.

Pfarrkirche St. Paulus – das war einmal. Am 5. November 2017 wurde das Gotteshaus entweiht. Und nun wird es Ernst mit dem Besitzerwechsel. In mehreren Zeitungen, darunter der Trierische Volksfreund, erscheint eine Annonce der Kirchengemeinde Liebfrauen: „Mehrstufiges Bieterverfahren Veräußerung Paulus-Komplex in Trier.  Das profanierte Kirchengebäude St. Paulus in Trier Innenstadt mit drei weiteren Gebäuden wird veräußert.“ Interessenten werden auf ein Exposé verwiesen, das im Internet unter immobilienatlas.bistum-trier.de zum Download bereitsteht.

„Da steckt viel Arbeit drin, die wir uns in Abstimmung mit der Stadt Trier und dem Generalvikariat gemacht haben“, versichert Thomas Schiffler, Verwaltungsratsvorsitzender der katholischen Kirchengemeinde Liebfrauen, zu deren Besitz der Paulus-Bering gehört. Der besteht längst nicht nur aus der ausgedienten Kirche. Auf dem gut 3800 Quadratmeter großen Areal befinden sich noch das ebenfalls unter Denkmalschutz stehende historische Pfarrhaus am Paulusplatz, dazu an der Böhmerstraße das eingeschossige ehemalige (ungenutzte) Pfarrheim sowie ein von drei Mietparteien bewohntes Haus mit zwei Vollgeschossen und einem Dachgeschoss. Und mittendrin gibt es Grünflächen.

Zu haben ist das Ganze nur in kompletter Form. „Der Kauf von Teilflächen ist nicht möglich“, erläutert Thomas Schiffler. Und noch eine weitere Grundvoraussetzung dürfte den Kreis der potenziellen Käufer einschränken: Das ehemalige Gotteshaus, von 1905 bis 1907 in neu-

romanischem Stil erbaut, muss eine würdige und „angemessene“ Nachnutzung erhalten.

Während sich die Optik des Areals zum Paulusplatz hin wegen des Denkmalschutzes nur wenig verändern kann, ist am entgegengesetzten Ende an der Böhmerstraße eine komplette Neubebauung möglich. Mindestgebot laut Exposé: 1,95 Millionen Euro.

Bis der Paulus-Bering einen neuen Besitzer bekommt, wird es noch eine Weile dauern. Das nun gestartete Verfahren gliedert sich in mehrere Phasen. Bis zum 2. Mai können sich Interessenten mit ihren Konzeptionen melden. Ausgewählte Teilnehmer kommen in die zweite Runde und geben am 13. September ihre detaillierten Konzepte und Angebote ab.  Das Auswahlgremium (in dem auch die Stadt vertreten ist) tagt „im Herbst“. Wenn alles nach Plan laufe, könne das Verfahren „Richtung Jahresende“ abgeschlossen werden, hofft Schiffler.

Und was passiert mit dem Erlös? „Das Geld geht an die Pfarrei Liebfrauen. Über eine Verwendung ist noch nicht gesprochen worden.“ Mutmaßungen, die zu erwartende Summe (die auch deutlich über 1,95 Millionen liegen kann) müsse zur Deckung von Defiziten im Bistumshaushalt herhalten, widerspricht der Verwaltungsratschef der Trierer Innenstadtpfarrei Liebfrauen klar: „Das eine hat mit dem anderen rein gar nichts zu tun.“

Wenn auch entweiht – ungenutzt ist das ehemalige Gotteshaus nicht. Es dient als „Schauplatz“ des spektakulären Projekts „Dialog im Dunkeln“, einer Ausstellung „zur Entdeckung des Unsichtbaren“, die von der Nikolaus-Koch-Stiftung nach Trier geholt wurde. Das Besondere: Sehende können, geführt von Blinden, in völliger Dunkelheit die Welt mit allen Sinnen erfahren – ausgenommen ihrer visuellen Wahrnehmung.

Infos online: dialog-in trier.de