Das war Spitze!

Von unserer Redakteurin VERONA KERL TRIER. Neugierig sind sie alle: Winzer, Kommissionäre, Weinkunden und Journalisten. Denn auf der 117. Prädikats-Weinversteigerung des Großen Rings wurden vor allem die Spitzenweine des Spitzenjahrgangs 2003 zu Spitzenpreisen versteigert. Eberhard von Kunow ist leicht pikiert, oder zumindest tut er so: "Können Sie nicht mal klatschen, wenn ein anständiger Preis erzielt wird?” Pflichtschuldigst klatscht das Publikum im Saal der Europahalle für eine 2003er Riesling Spätlese aus dem Weingut Egon Müller-Scharzhof. 60 Euro hat Auktionator Eberhard von Kunow dafür erzielt. Die Weine aus dem Hause Müller-Scharzhof haben Klasse, das wissen viele der rund 400 Besucher. Und so steigt die Spannung als von Kunow einen 2003er Scharzhofberger Riesling Auslese Goldkapsel aufruft. Mit 80 Euro steht er als Tax-Preis im Katalog - das Mindestgebot, auf das sich das jeweilige Weingut mit einer Weinkommission bereits Monate vor der Versteigerung bei einer Probe geeinigt hat. Die Kommissionäre bieten. 90 Euro, 100, 110 Euro ist ihnen dieser hochedle Tropfen mit dem feinen Beerenton wert. Von Kunow blickt in die Runde. Weiter? Ja. Die Bieter geben Handzeichen. Der Preis steigt. 150 Euro, 200 Euro, 300 Euro. Bei 390 Euro schließlich schlägt der Auktionator zu: "Zum ersten, zum zweiten und zum dritten.” Verkauft. "Heute ist die Stunde der Wahrheit”, hatte Egon Müller vom besagten Weingut und gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Großen Rings, bei der Begrüßung gesagt. "Wir haben das Beste aus dem Jahrgang herausgeholt, der schon sehr früh hoch gelobt und sehr früh verdammt worden ist.” Er hat den Geschmack der Weintrinker offenbar getroffen. 53 Weine sind zu verkosten, rund 1500 Flaschen zu versteigern. Schwerstarbeit. "Wir sind nicht da, um große Worte zu machen. Schenken Sie aus”, hält sich Eberhard von Kunow in seiner Doppel-Funktion als Vorsitzender des Großen Rings und Auktionator nicht lange mit Reden auf. Schwenken, schnüffeln, schmecken, spucken. Konzentriert verkosten die Gäste aus Deutschland, Skandinavien, Asien, der Schweiz, den USA und den Benelux-Staaten jeweils die Kreszenzen, die gerade unter den Hammer kommen. Viele von ihnen haben einen der elf Kommissionäre beauftragt, für sie mitzubieten. Denn nur die dürfen bei dieser Auktion Weine ersteigern. Sie tun es für ihre Kunden: Weinliebhaber, Händler, Importeure und Gastronomen. Die wiederum haben ihnen ein Limit gesetzt, für die Menge und für den Preis. Und so wird gehandelt, fast wie auf einem orientalischen Basar. Ein Kommissionär kauft das zu versteigernde Flaschenkontingent und gibt davon wiederum einen Teil an andere Kommissionäre weiter. Nur wenn das Bieten ins Stocken gerät, runzelt Eberhard von Kunow die Stirn und stichelt leise: "Warum so ruhig? Wie sieht's aus?” So schafft es eine 2000er Wehlener Sonnenuhr Riesling Trockenbeerenauslese von J.J.Prüm aus Bernkastel-Wehlen auf sensationelle 2250 Euro (inklusive Mehrwertsteuer 2610 Euro). Was für ein Tag!

Eberhard von Kunow ist leicht pikiert, oder zumindest tut er so: "Können Sie nicht mal klatschen, wenn ein anständiger Preis erzielt wird?” Pflichtschuldigst klatscht das Publikum im Saal der Europahalle für eine 2003er Riesling Spätlese aus dem Weingut Egon Müller-Scharzhof. 60 Euro hat Auktionator Eberhard von Kunow dafür erzielt. Die Weine aus dem Hause Müller-Scharzhof haben Klasse, das wissen viele der rund 400 Besucher. Und so steigt die Spannung als von Kunow einen 2003er Scharzhofberger Riesling Auslese Goldkapsel aufruft. Mit 80 Euro steht er als Tax-Preis im Katalog - das Mindestgebot, auf das sich das jeweilige Weingut mit einer Weinkommission bereits Monate vor der Versteigerung bei einer Probe geeinigt hat. Die Kommissionäre bieten. 90 Euro, 100, 110 Euro ist ihnen dieser hochedle Tropfen mit dem feinen Beerenton wert. Von Kunow blickt in die Runde. Weiter? Ja. Die Bieter geben Handzeichen. Der Preis steigt. 150 Euro, 200 Euro, 300 Euro. Bei 390 Euro schließlich schlägt der Auktionator zu: "Zum ersten, zum zweiten und zum dritten.” Verkauft. "Heute ist die Stunde der Wahrheit”, hatte Egon Müller vom besagten Weingut und gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Großen Rings, bei der Begrüßung gesagt. "Wir haben das Beste aus dem Jahrgang herausgeholt, der schon sehr früh hoch gelobt und sehr früh verdammt worden ist.” Er hat den Geschmack der Weintrinker offenbar getroffen. 53 Weine sind zu verkosten, rund 1500 Flaschen zu versteigern. Schwerstarbeit. "Wir sind nicht da, um große Worte zu machen. Schenken Sie aus”, hält sich Eberhard von Kunow in seiner Doppel-Funktion als Vorsitzender des Großen Rings und Auktionator nicht lange mit Reden auf. Schwenken, schnüffeln, schmecken, spucken. Konzentriert verkosten die Gäste aus Deutschland, Skandinavien, Asien, der Schweiz, den USA und den Benelux-Staaten jeweils die Kreszenzen, die gerade unter den Hammer kommen. Viele von ihnen haben einen der elf Kommissionäre beauftragt, für sie mitzubieten. Denn nur die dürfen bei dieser Auktion Weine ersteigern. Sie tun es für ihre Kunden: Weinliebhaber, Händler, Importeure und Gastronomen. Die wiederum haben ihnen ein Limit gesetzt, für die Menge und für den Preis. Und so wird gehandelt, fast wie auf einem orientalischen Basar. Ein Kommissionär kauft das zu versteigernde Flaschenkontingent und gibt davon wiederum einen Teil an andere Kommissionäre weiter. Nur wenn das Bieten ins Stocken gerät, runzelt Eberhard von Kunow die Stirn und stichelt leise: "Warum so ruhig? Wie sieht's aus?” So schafft es eine 2000er Wehlener Sonnenuhr Riesling Trockenbeerenauslese von J.J.Prüm aus Bernkastel-Wehlen auf sensationelle 2250 Euro (inklusive Mehrwertsteuer 2610 Euro). Was für ein Tag!