Das wird alles teurer in Trier

Trier · Vom Schulessen über die Stadtbibliothek bis zu Marktständen: Die Stadt Trier verlangt künftig für viele Leistungen mehr Geld. Das soll zur Konsolidierung des maroden städtischen Haushalts beitragen.

Trier. Mehr als 700 Millionen Euro Schulden werden voraussichtlich Ende 2011 auf der Stadt Trier lasten. Jedes Jahr kommen neue hinzu, da der Haushalt nicht einmal ansatzweise ausgeglichen werden kann. So klafft im aktuellen Etat eine Lücke von fast 60 Millionen Euro.
Neben den verschiedenen Sparbemühungen suchen Verwaltung und Rat stets nach sinnvollen Möglichkeiten, die Einnahmen zu erhöhen. Dabei sollen Vorschläge von Bürgern (Stichwort Bürgerhaushalt) ebenso helfen wie von der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (der TV berichtete).
In der jüngsten Sitzung fasste der Rat eine ganze Reihe von Beschlüssen, die städtische Leistungen teurer machen. Die Entscheidungen fielen entweder einstimmig oder mit wenigen Gegenstimmen.

Schulessen: Der Eigenanteil der Eltern für Mittagessen an Ganztagsschulen in Trägerschaft der Stadt erhöht sich von 2,67 auf 2,83 Euro pro Essen. Eine Ermäßigung gilt für diejenigen Geschwister, die an der kostenlosen Schulbuchausleihe teilnehmen. Das zweite Kind zahlt dann 1,88 Euro (bisher 1,78), das dritte und jedes weitere Kind 1,50 Euro (bisher 1,42). Für Kinder aus sozial bedürftigen Familien kostet das Essen weiterhin einen Euro.
Jährliche Mehreinnahmen der Stadt ab dem Schuljahr 2011/12: knapp 30 000 Euro.

Schulbus: Der Eigenanteil der Eltern für die Schülerbeförderung erhöht sich von bisher 240 auf 260 Euro pro Schuljahr. Jährliche Mehreinnahmen ab 2011/12: rund 60 000 Euro.

Kindertagesstätten: Die einkommensabhängigen Elternbeiträge für Kinder unter drei Jahren und Schulkinder in Kindertagesstätten steigen zum 1. August 2011 erstmals seit 1998, und zwar um 7,5 Prozent. Zum 1. Januar 2012 ändert sich auch das Verfahren. Bisher wurden die Beiträge nach dem Bruttoeinkommen der Eltern berechnet. Davon profitierten zum Beispiel Luxemburg-Pendler dank ihrer vergleichsweise geringen Lohnabzüge. Daher ist künftig das Nettoeinkommen maßgeblich für die Berechnung. Jährliche Mehreinnahmen: 22 500 Euro.

Musikschule: Die Entgelte in der städtischen Karl-Berg-Musikschule steigen zum 1. September 2011. Beispiel: 45 Minuten Einzelunterricht am Instrument oder für Gesang kosten 74 Euro (bisher 69). 45 Minuten musikalische Früherziehung kosten 25 Euro (bisher 22). Jährliche Mehreinnahmen: 27 000 Euro.

Stadtbibliothek an der Weberbach: Die Jahresgebühr für erwachsene Ausleiher erhöht sich zum 1. Juli 2011 von 12 auf 15 Euro. Kopien in Stadtbibliothek und Stadtarchiv werden teurer. Jährliche Mehreinnahmen: 1250 Euro.

Stadtbibliothek Palais Walderdorff: Die Jahresgebühr für erwachsene Ausleiher erhöht sich zum 1. Juli 2011 von 12 auf 15 Euro. Im Gegenzug gibt es neue Vergünstigungen: Zwei Erwachsene mit gleicher Wohnadresse zahlen zusammen 20 Euro. Die ermäßigte Jahresgebühr (unter anderem für erwachsene Schüler und Studenten) beträgt zehn Euro. Jährliche Mehreinnahmen: 16 000 Euro.
Stadtmuseum Simeonstift: Erwachsene zahlen künftig 5,50 Euro (bisher 5), mit Trier-Card 4,10 Euro (bisher 3,75). Eine Familienkarte (zwei Erwachsene plus Kinder) kostet 9 Euro (bisher 8). Erwartete Mehreinnahmen im Jahr 2011 (Erhöhung ab 1. August): 4000 Euro.

Marktstände: Im Juni 2010 beschloss der Rat eine Erhöhung der Marktstandgebühren von 0,80 Euro auf 1,10 Euro pro Quadratmeter und Markttag. In der Praxis hatte die Verwaltung jedoch seit jeher nur laufende Meter (Standfront) berechnet. Die Anwendung der Quadratmeter-Regel führte teilweise zu enormem Gebührenanstieg und Protesten von Marktkaufleuten. Der Rat korrigierte den Berechnungsfaktor auf 0,60 Euro pro Quadratmeter, rückwirkend zum 1. Januar 2011. Jährliche Mehreinnahmen gegenüber der bisherigen Praxis (Berechnung laufender Meter): 12 000 Euro.

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