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Daumen hoch für "Brot und Spiele"

Daumen hoch für "Brot und Spiele"

TRIER. Lange sah es so aus, als sei die Erstauflage des Römerfestivals "Brot und Spiele" auch die letzte gewesen - trotz 16 000 Besuchern im vergangenen Sommer. Nun scheint die Rettung in letzter Sekunde zu glücken.

"Bis nach Berlin hatten wir Anfragen, wann es denn dieses Jahr läuft." Ulrich Holkenbrink wundert sich einmal mehr über die Resonanz, die das Spektakel "Brot und Spiele" nach seiner Premiere im Vorjahr verzeichnen kann. Dabei war es der Kulturdezernent selbst, der vor wenigen Wochen verkünden musste, die Stadt habe kein Geld, um das Römerfest in diesem Jahr auf die Beine zu stellen. Seither haben die Rechenkünstler im Rathaus und bei der Agentur "Medienfabrik", die das Festival organisiert, jeden Euro drei Mal umgedreht und jeden potenziellen Sponsor bekniet. Das Resultat: ein Stadtratsantrag, der vorsieht, "Brot und Spiele 2003" als "Demonstration von Weltoffenheit und Toleranz" und "Pflege des kulturellen Erbes" doch noch vom Stapel laufen zu lassen. Um rund 20 000 Euro sind die Kosten reduziert worden, in gleicher Höhe konnten zusätzliche Sponsoren gewonnen werden. 165 000 Euro betragen die Gesamtkosten, gut die Hälfte steuern Sponsoren bei. 65 000 Euro sollen über Zuschauer-Einnahmen finanziert werden. Können die Besucherzahlen vom Vorjahr gehalten werden, geht die Rechnung auf. Anderenfalls muss die Stadt für ausbleibende Eintrittsgelder einspringen. "Wir tragen letztlich das Wetter-Risiko", sagt Dezernent Holkenbrink. Froh ist er angesichts leerer Kassen darüber nicht, aber, so hat er erkannt, "umsonst kriegt man nix". Und dass sich die Veranstaltung für die Stadt als Investition in Sachen Tourismus und Kultur lohnt, daran hat Holkenbrink ebenso wenig Zweifel wie Georg Kern von der City-Initiative. "Ein tolles Konzept, das genau in die Stadt passt", hat der Kaufmann im vergangenen Jahr beobachtet. Die Trierer Geschäftsleute wollen sich auch dieses Jahr wieder einbringen, zum Beispiel durch ein kostenloses Bähnchen, das die Besucher von den Kaiserthermen in die Stadt bringt. Auch bei der Veranstaltung selbst sollen viele Ideen vom Vorjahr übernommen werden. Das Römerlager vor den Kaiserthermen, die mystische Nacht in den Katakomben, die Gladiatorenkämpfe im Amphitheater, die Tavernenlandschaft im Palastgarten: "Römisches Leben auf römischem Boden erlebbar machen", lautet die Devise von Organisator Ronald Frank. Beim Ablauf und den Eintrittspreisen will der Medienfabrik-Macher allerdings einiges ändern. So wird ein zweiter Ein- und Ausgang Richtung Weimarer Allee eingerichtet, um zu vermeiden, dass Besucher beim Pendeln von den Thermen zum Amphitheater große Umwege in Kauf nehmen müssen. Kinder bis zum 13. Lebensjahr kommen diesmal kostenlos in das Römerlager auf der Palaestra - Familien wird's freuen. Dafür kosten die begehrten Gladiatorenkämpfe etwas mehr: "Den Preis einer Kino-Karte" will Frank ansetzen. Dennoch wird die Zahl der Vorstellungen erhöht: Fünf Mal sollen die Kämpfer im Amphitheater antreten, mit mehr "action" und kurzweiligeren Erläuterungen.