Daun soll keine Insel bleiben

Daun soll keine Insel bleiben

Vier Jahre hat die Universität Karlsruhe die Auswirkungen der an der Grundschule Daun eingeführten täglichen Sportstunde wissenschaftlich untersucht. Die durchweg positiven Ergebnisse sind bei einer Fachtagung vorgestellt worden.

Daun. Bewegen sich die Kinder heutzutage genug? Die Diskussion über diese Frage existiert schon seit Jahren und wird nicht nur in Elternhäusern geführt, sondern auch in Schulen. In der Grundschule (GS) Daun wurde vor sechs Jahren nicht mehr diskutiert, sondern im Schuljahr 2002/2003 mit der Einrichtung des Pilotprojekts "Einführung der täglichen Sportstunde" gehandelt. Der damalige Schulleiter Theo Lamberts und Lehrerin Birgit Feilen erarbeiteten ein Konzept, das sie dem Bildungsministerium in Mainz vorstellten. Dort zeigte man sich aufgeschlossen: Das Land stellte Geld für eine wissenschaftliche Begleitung bereit und genehmigte für die Projektklassen jeweils zwei zusätzliche Sportstunden.

Über vier Jahre sind die Wirkungen der täglichen Sportstunde in der (in Daun 2003 eingeführten) Ganztagsschule von der Universität Karlsruhe überprüft worden. Die Erfahrungen mit dem Modellprojekt in Daun, eine erweiterte Konzeption an der Grundschule Schweich und die Erfahrungen des Thomas-Morus-Gymnasiums Daun standen im Mittelpunkt einer vom Mainzer Bildungsministerium und der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier veranstalteten Fachtagung in der Kreisstadt.

Untersucht wurde, ob sich die Einführung des erweiterten Sportangebots auf Intelligenz, Konzentration, Sozialverhalten und Schulleistung auswirkt. Die Ergebnisse, die in Daun vorgestellt und diskutiert wurden, sprechen eine eindeutige Sprache: In allen Bereichen wirkte sich die tägliche Sportstunde positiv aus. Besonders interessant war die Entwicklung der Kinder über den Zeitraum von vier Jahren.

Eine echte Gemeinschaft ist entstanden



Es entstand eine echte Klassengemeinschaft, eine auch von Eltern so bezeichnete "richtige Mannschaft". Bemerkenswert war auch die soziale Kompetenz der Kinder, wenn es darum ging, Konflikte ohne Gewalt zu lösen.

Stefanie Mayer-Augarde, deren Sohn Julien einer der "Pionier-Schüler" war, berichtete den Tagungs-Teilnehmern, wie auffällig es gewesen sei, dass kein Kind in der Klasse ausgegrenzt worden sei.

Nach Ende der Grundschulzeit wünschten die Eltern von den weiterführenden Schulen die Fortsetzung des Konzepts. Das benachbarte Thomas-Morus-Gymnasium Daun griff dies auf und bot den neuen Fünftklässlern die tägliche Sportstunde an, was auch in den folgenden Schuljahren weitergeführt wurde.

So ist es keine Überraschung, dass Johannes Jung vom Landes-Bildungsministerium das Projekt in der Vulkaneifel als "Erfolgsgeschichte" bewertete. Er wünschte sich, dass die tägliche Sportstunde auf eine breitere Basis als bisher gestellt werde und Daun keine "Insel" bleiben solle. Die tägliche Sportstunde solle auf eine breitere Basis gestellt und in die Fläche getragen werden: "Auch im Süden und in der Mitte des Landes sollte es solche Angebote geben."