Debatte über Sonntagseinkauf geht weiter
Trier · Georg Kern, Mitgründer und Ehrenvorsitzender der City-Initiative Trier (CIT), verteidigt die Terminierung der verkaufsoffenen Sonntage. Der Interessengemeinschaft (IG) für den Einzelhandel wirft er mangelnde Unterstützung vor.
Der jüngste Vorstoß der IG für den Einzelhandel der Stadt Trier und der TV-Bericht darüber haben einigen Staub aufgewirbelt. Die in der IG zusammengeschlossenen Geschäftsführer von sechs großen Handelshäusern hatten sich dafür ausgesprochen, eine Sondergenehmigung für einen verkaufsoffenen Sonntag am 2. Dezember 2012 zu beantragen. Die City-Initiative Trier wiederum betrachtet das Ansinnen als chancenlos und hat sich auf vier andere Termine in 2012 festgelegt.
"Bereits der Name der IG geht an der Realität vorbei. Treffender wäre die Bezeichnung ,Interessengemeinschaft der Metro-Gruppe und der Kauf- und Warenhäuser\'", sagt Georg Kern, bis 2003 CIT-Vorsitzender und heute Ehrenvorsitzender, gegenüber dem TV. Kerns Nachfolger im CIT-Vorsitz war von 2003 bis 2006 Hans-Peter Schlechtriemen, Geschäftsleiter von Galeria Kaufhof in der Simeonstraße und heute Mitglied der IG. "Gerade Hans-Peter Schlechtriemen weiß, dass der CIT-Vorstand genau so handelt, wie er es selbst während seiner Amtszeit getan hat und wie es in jeder Demokratie Brauch ist, nämlich Befragung der eigenen Mitglieder."
Die IG-Mitglieder Ralf Reichert (Media Markt) und Dieter Strobel (Saturn) seien unter dem Vorsitz von Schlechtriemen sogar aus der CIT ausgetreten. Der Vorstoß der IG zu den Sonntagsterminen komme verspätet, da die Abstimmung innerhalb der CIT schon gelaufen sei.
Auch dem Vorschlag der IG, ein Mitternachtseinkaufen wie 2003 und 2004 zu organisieren, kann Kern nichts abgewinnen: "Beim ersten Termin waren die Warenhäuser geschlossen. Nach dem zweiten Termin bestand Einigkeit, dass es diese Sonderöffnung mangels Akzeptanz nicht mehr geben soll." Kerns Fazit: "Außer vollmundigen Ankündigungen hat die IG bisher nichts auf den Weg gebracht. Die CIT hat mit Erfolg den Generationswechsel geschafft." Der neue Vorstand solle nach Kräften unterstützt statt ständig kritisiert werden.