Debatte um die Trierer Luft

Die Stadtverwaltung wird beauftragt, kostengünstige, kurzfristig umsetzbare Lösungen zur Verbesserung der Luftqualität in Trier zu entwickeln und dem Stadtrat zur Entscheidung vorzulegen - so lautete ein Antrag der Grünen im August 2010. Doch erst am Donnerstagabend landete das Thema im Baudezernatsausschuss und entfachte eine heiße Diskussion.

Trier. "Es kann doch nicht die Aufgabe ehrenamtlicher Ratsmitglieder sein, die Trierer Schadstoffwerte zu überwachen", sagte Uschi Britz (Die Grünen) nach der Ausschusssitzung. Noch haben die beiden Messstationen in Ostallee und Kaiserstraße keine Überschreitung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid gemeldet (der TV berichtete). Entsprechend gelassen sieht die Stadtverwaltung die Lage. Die Grünen treten dafür ein, sofort zu handeln und die Luftqualität im Trie rer Kessel zu verbessern. Denn die Grenzwerte werden zwar nicht überschritten, aber in der Innenstadt nur sehr knapp verfehlt und in der Kaiserstraße sogar erreicht, und das seit 2008.
Anja Reinermann-Matatko betonte, die Stadt müsse sofort und konsequent handeln. "Die größte Menge der Stickstoffoxide kommt aus den Auspuffrohren der Autos und wird auch noch direkt im Aufenthaltsbereich der Menschen freigesetzt." Stickstoffdioxide können die menschliche Gesundheit nachhaltig schädigen, sagte Reinermann-Matatko. "Große Gesundheitsstudien der letzten Jahre konnten zeigen, dass es mit ansteigender Stickstoffdioxid-Konzentration in der Außenluft auch zu einer Zunahme an gesundheitlichen Beschwerden und Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung kommt." Je höher die Stickstoffdioxid-Belastung in der Außenluft, desto ausgeprägter sei dieser Effekt. "Schon eine geringe Erhöhung an Stickstoffdioxid führt bei der Bevölkerung zu einem nachweisbaren Anstieg an Atemwegserkrankungen wie chronischem Husten oder chronischer Bronchitis sowie zu einer erhöhten Anfälligkeit gegenüber Atemwegsinfekten."
Ein definitiver Beschluss stand im Dezernatsausschuss nicht an. Die von Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani präsentierte Beschlussvorlage war reine Information. Die darin auftauchenden "Strategien einer luftschadstoffarmen Stadtentwicklung" werden voraussichtlich auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Stadtrats am 16. Juni landen. Zentraler Bestandteil dieser Strategien ist das Mobilitätskonzept 2025, auf das Trier mit Spannung wartet und das im weiteren Verlauf des Jahres fertig werden soll. Von der "Förderung des Fußverkehrs", die zu den Zielen gehört, sind die Grünen noch nicht überzeugt. "Diese Option hat bei der Verwaltung offenbar einen geringen Stellenwert", sagte Uschi Britz nach der Sitzung und verwies auf die Probleme mit der Fußgängerampel Porta Nigra/Paulinstraße (der TV berichtete).