Dem Deutsch-Sein auf der Spur

Dem Deutsch-Sein auf der Spur

TRIER. (ik) Was ist deutsch? Diese Frage steht im Mittelpunkt des diesjährigen Trierer Programms zum 27. Januar, dem Nationalen Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus. Auch in diesem Jahr haben katholische und evangelische Studierende in Zusammenarbeit mit der Stadt eine umfangreiche Veranstaltungsreihe zusammengestellt.

Eine Ausstellung, ein Rundgang und ein Gottesdienst, Vorträge, Lesungen und Filmvorführungen: Katholische Hochschulgemeinde (KHG), Evangelische Studierendengemeinde (ESG) und die Stadt Trier laden rund um den Gedenktag an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar zu 16 Veranstaltungen ein. Zentrales Thema: "Was ist deutsch?" Der Startschuss fällt heute, Mittwoch, 10. Januar, um 19.15 Uhr mit der Eröffnung der Foto-Ausstellung "Die Kunst, Deutsche/r zu sein" in der Dominformation. Foto-Design-Studenten aus Dortmund sind der Frage nach dem Deutschsein mit der Kamera nachgegangen. Die Ausstellung ist bis zum 7. Februar zu sehen. Was es bedeutet, vor dem Hintergrund der kolonialen Vergangenheit ein Deutscher in Namibia zu sein, zeigt der Pfarrer Hanns Lessing in seinem Vortrag "Identität zwischen Nationalstolz und Vergangenheitsbewältigung" am Montag, 15. Januar, um 18.15 Uhr in der ESG im Treff auf. Der Trierer Geschichts-Professor Lutz Raphael beantwortet am Donnerstag, 18. Januar, um 20 Uhr im Fetzencafé der KHG Fragen zum Thema "Nationalbewusstsein und deutsche Identität": Was macht die nationale Identität der Deutschen heute aus? "Man spricht deutsch" heißt es am Mittwoch, 24. Januar, um 19.30 Uhr im Broadway-Filmpalast: Dort wird die bitterböse Momentaufnahme vom teutonischen Urlaubsidyll gezeigt. "Der Weg in die Katastrophe - Deutsche Philosophen im Exil" heißt ein Vortrag von Professor Josef M. Werle am Donnerstag, 25. Januar, 16 Uhr, in der ESG im Treff. Kathrin Witt liest am Freitag, 26. Januar, ab 8.30 Uhr im Fetzencafé der KHG aus Hannah Arendts "Besuch in Deutschland". Darin schildert die Philosophin die Eindrücke von ihrer ersten Reise nach dem Krieg in die zerstörte Heimat. Die AG Frieden lädt für Samstag, 27. Januar, zu einem Stadtrundgang zu den " Stolpersteinen" für Nazi-Opfer in Trier ein. Dabei wird eine Auswahl der bisher rund 30 dezentralen Gedenksteine vorgestellt. Treffpunkt ist um 15 Uhr an der KHG in der Sichelstraße. Ein ökumenischer Hochschulgottesdienst ist für Samstag, 27. Januar, 19 Uhr, in der Jesuitenkirche geplant. Für Sonntag, 28. Januar, 14 Uhr, steht eine Führung durch die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Hinzert auf dem Programm. Für 17 Uhr ist dort eine szenische Lesung zur Rolle der Frauen in der SS-Sippengemeinschaft angesetzt. Mitfahrgelegenheiten ab Trier: Telefon 06571/4171 oder E-Mail an Dieter.Burgard@t-online.de. Über die Erfahrungen von Deutschen in Israel spricht Tobias Kriener am Montag, 29. Januar, um 18.15 Uhr in der ESG. Die Neuorientierung der deutschen Philosophie nach 1945 ist Thema eines Referats von Professor Josef M. Werle am Donnerstag, 1. Februar, um 16 Uhr in der ESG. Ist die deutsche Demokratie gefestigt? Mit dieser Frage beschäftigt sich Markus Linden am Donnerstag, 1. Februar, um 18.15 Uhr in der ESG. Thema seines Vortrags: "Entwicklungslinien der politischen Kultur in der Bundesrepublik Deutschland". "Muttersöhnchen gehn in Seide" heißt eine Lesung von "Texten aus Deutschland" , zu der ESG und KHG zusammen mit der Buchhandlung Stephanus für Dienstag, 6. Februar, 19.15 Uhr ins Café Glashaus im Treff einladen. Der Eintritt kostet 2,50 Euro. Um das Selbstverständnis der Deutschen im Hinblick auf den Begriff "Nation" geht es im soziologischen Vortrag "Heimat, Vaterland, Nation" am Donnerstag, 8. Februar, um 18.15 Uhr in der ESG. Der Dokumentarfilm "Blue Eyed" über die Arbeit der US-Amerikanerin Jane Elliott, die in Workshops die Erfahrung von Unterdrückung vermittelt, ist am Freitag, 9. Februar, 8.30 Uhr, im Fetzencafé der KHG zu sehen. Zum Abschluss spricht Dominika Skipiol am Montag, 12. Februar, um 18.15 Uhr in der ESG. Thema ist, wie die Frage "Was ist deutsch?" vor dem Hintergrund deutsch-polnischer Begegnungen beantwortet werden kann.