Dem Saarriesling auf der Spur

Dem Saarriesling auf der Spur

Michael H. Schmitt hat sein neues Buch zum Weinanbau in der Region bei der Buchhandlung Mayersche Interbook vorgestellt. Zur Abrundung baten drei regionale Winzer zur Verkostung herausragender Weine.

Trier. Auf die Frage, wie groß die Entfernung zwischen Serrig und Konz ist, könnte Michael H. Schmitt antworten: 27 000 Kilometer. So weit fuhr er in den eineinhalb Jahren, in denen er für sein neues Buch "Wo König Riesling Hof hält - Ein Wegbegleiter zu den schönsten Weinlagen an der Saar" recherchierte. Jetzt stellte er sein Buch in der Trierer Buchhandlung Mayersche Interbook vor.
Früher vor allem Elbling


Der Autor aus Blieskastel im Saarland erzählte von römischen und keltischen Hinterlassenschaften, die man auf den Wanderwegen durch die Weinberge zu sehen bekommt. Es finden sich Zeugnisse, dass bereits seit 2000 Jahren Weinbau an der Mosel betrieben wird. In den Anfängen wurde noch ausschließlich der Elbling angebaut, der heute fast nur noch als Grundwein für die Sektkelterei gebraucht wird. Ins Zentrum seines Buches stellt Schmitt den Riesling, der seit dem 15. Jahrhundert angebaut wird und auch die wichtigste Sorte der Moselregion ist. 90 Prozent der Anbaufläche ist heute mit Rieslingstöcken bepflanzt. Wie wichtig Moselwein einst war, erkennt man an einer Anekdote, die Schmitt einstreut.
So war beim Auslaufen der Titanic 1912 mehr Wein von Mosel und Saar an Bord als aus Bordeaux. Damals befanden sich Mosel- und Saarrieslingweine weltweit in der Spitzenklasse. Und genau dort steuere man auch wieder hin, da waren sich die anwesenden Winzer einig. Saarwein ist speziell, wusste Armin Appel vom gleichnamigen Weingut zu berichten.
Man merke die Ausschläge jedes einzelnen Jahres. "Saarwein hat Ecken und Kanten und ist nicht everybody\'s darling." So Appel. Genau das mache ihn aber auch so interessant.
Mit Ecken und Kanten


Nach der Buchvorstellung hatten die Gäste noch Zeit, die von den Winzern mitgebrachten Weine zu verkosten. Einst, so wusste Schmitt zu berichten, wurde ein Fürst, den nichts von seiner schweren Krankheit heilen konnte, durch Moselwein, genauer gesagt durch den Bernkasteler Doctor, kuriert. Wer weiß, ob in dieser Legende nicht auch ein Fünkchen Wahrheit steckt?

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