Dem Unfassbaren ein Gesicht geben

Geschichtsstudierende der Universität Trier haben das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz im heutigen Oswiecim besucht. Dort wurden sie von einem Zeitzeugen empfangen.

Trier. (red) Die unmenschlichen Verbrechen der Nazis sind wohl eines der traurigsten Themen, das Historiker heute zu erforschen haben. Unter der Leitung von Thomas Grotum beschäftigten sich Junghistoriker der Uni Trier mit den Berichten von Überlebenden des Konzentrationslagers Auschwitz. "Nach dem intensiven Studium der Quellen wollten viele Teilnehmer der Veranstaltung den Ort des Schreckens nun auch einmal persönlich besichtigen", erläutert Thomas Grotum. Anfang April brachen 21 Studenten gemeinsam zu einer siebentägigen Exkursion nach Oswiecim, wie Auschwitz heute wieder heißt, auf. Groß war die Neugier auf den Ort, über den man schon so viel gelernt hatte: "Birkenau war genau wie ich es mir vorgestellt hatte", sagt Katharina Brandes. Besonders beeindruckend für alle Teilnehmer der Exkursion war die Begegnung mit dem ehemaligen Häftling Henryk Mandelbaum. Er war von 1944 bis 1945 in Birkenau inhaftiert und musste im so genannten Sonderkommando direkt in den Gaskammern und Krematorien arbeiten. Seine Erzählungen von der entsetzlichen Arbeit, den unmenschlichen Qualen und der Hoffnungslosigkeit - gepaart mit einem unbändigen Lebenswillen - bewegten die Studenten zutiefst. Immer wieder appellierte Mandelbaum an die junge Generation, das eigene Leben zu genießen und mit Respekt für sich und andere zu leben, ohne dabei die Fehler der vorherigen Generationen zu vergessen oder gar zu wiederholen. Die Exkursion hat alle Teilnehmer tief beeindruckt. "Ich habe hier viele neue Eindrücke nicht nur für meine wissenschaftliche Arbeit, sondern auch für mein privates Leben gewonnen", beschreibt Hannes Platz sein Resümee. Auch das Fazit Grotums fällt positiv aus: "Die Exkursion hat sich sehr gelohnt. Die Lerneffekte, die ich mir für die Exkursionsteilnehmer gewünscht habe, haben sich erfüllt."