Demenzklinik nimmt Planungshürde

Demenzklinik nimmt Planungshürde

Das Demenzzentrum in Trierweiler ist seiner Realisierung einen Schritt näher gekommen. Der Gemeinderat hat die Anregungen und Bedenken von öffentlicher und privater Seite erörtert. Damit steht das Bebauungsplanverfahren vor dem Abschluss. Nachbarn kritisieren das 64-Betten-Projekt, weil sie dadurch mehr Verkehr, Lärm und Gestank befürchten.

Trierweiler. Nach knapp drei Jahren hat die Bauherrengemeinschaft, die eine Klinik für Menschen mit Hirnleistungsschwäche (Demenz) im Park der Seniorenresidenz Niederweiler Hof in Trierweiler plant, die erste Projekthürde so gut wie genommen. Die Beratung von Anregungen und Bedenken im Gemeinderat Trierweiler führte nicht zu Beschlüssen, die das von Teilen der Bevölkerung kritisierte Vorhaben noch kippen könnten. Somit steht das Bebauungsplanverfahren vor dem Abschluss. Als Nächstes könnte nun ein Bauantrag gestellt werden. Allerdings sind noch private Klagen gegen das 64-Betten-Projekt möglich.

Insbesondere Nachbarn aus der Schulstraße sind es, die Vorbehalte gegen die dem Altenheim verwaltungstechnisch angegliederte Klinik haben. Sie befürchten, dass Lärm, Verkehr und Geruchsbelästigungen zunehmen, wenn der neue Ableger des 1996 erbauten Seniorenheims erst einmal seinen Betrieb aufgenommen hat (der TV berichtete). Bereits jetzt seien die Einschränkungen durch den Küchenbetrieb mit Catering-Service im Seniorenheim (zurzeit 180 Bewohner) nicht mehr zumutbar, lautet der Einwand von Bernhard Eiden. Der wird allerdings entkräftet durch die Aussage des Betreibers, in der neuen Klinik eine eigene Küche mit eigener Anlieferung betreiben zu wollen. Eine Verschärfung der Immissionsbelastung sei also nicht zu befürchten, wies der Rat die Bedenken von Eiden zurück. Auch sei es nicht zutreffend, dass das Demenzzentrum größer ausfalle als ursprünglich geplant. Das hatte Anwohner Günter Steffgen in seiner Eingabe angemahnt. Die Betreiber hätten sich verpflichtet, die Klinik mit höchstens 64 Patienten zu belegen, sagte Ortsbürgermeister Matthias Daleiden. Auf TV-Anfrage bestätigt Heimleiter Reinhard Schuh, dass acht Gruppen mit jeweils acht Patienten, also insgesamt 64 Personen, vorgesehen seien. Von 100 Patienten, wie man gerüchteweise höre, könne keine Rede sein. Laut Schuh sieht das Raum- und Pflegeprogramm vor, dass die Demenzpatienten überwiegend im Wohn- und Aufenthaltsbereich betreut werden; die Zimmer seien dagegen nur zum Schlafen da.

Kein Lärmschutzwall vor dem Parkplatz



Ein Lärm- und Sichtschutzwall, wie ihn die Eheleute Hirchenhein als Abschottung zum Parkplatz vorschlagen, hält der Gemeinderat nicht für erforderlich und schließt sich damit den Ergebnissen der lärmschutztechnischen Untersuchung des Instituts "Firo" an. Bei der Begrünung des Parkplatzes soll darauf geachtet werden, dass die Wuchshöhe der Bäume und Sträucher fünf Meter nicht übersteigt, damit die Nachbargrundstücke nicht beeinträchtigt werden.

Die vorgesehene Erweiterung des Parkplatzes verbessere die derzeitige Situation und helfe, den Suchverkehr zu vermeiden, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung zur Beschwerde der Eheleute Hein. Diese bezeichnen die Verkehrssituation am Altenheim als "an manchen Tagen abenteuerlich".

Den Vorwurf, die Bürger seien unzureichend über das Projekt informiert worden, weist der Ortsbürgermeister zurück. Die Bürgerbeteiligung und viele Ratssitzungen bewiesen das Gegenteil. "Die Proteste der Bürger wurden sehr ernst genommen, der Rat war allerdings auch von der Richtigkeit überzeugt, ein solches zukunftsweisendes Projekt zu befürworten." Allerdings hätte er erwartet, so Daleiden weiter, dass sich die Betreiberseite mit den Anliegern zusammengesetzt hätte - quasi als vertrauensbildende Maßnahme.