Demo anlässlich des Stonewall-Jahrestages

Interview mit Alex Rollinger vom Verein Schmit-Z : „Wir wollen unbedingt am Dom vorbei“ - Demo anlässlich des Stonewall-Jahrestages

Alex Rollinger vom Verein Schmit-Z erklärt die Hintergründe zur bevorstehenden Demo anlässlich des Stonewall-Jahrestages.

Im Gedenken an den Stonewall-Aufstand (siehe Hintergrund) vor 50 Jahren organisiert der Trierer Verein Schmit-Z am Christopher Street Day (CSD), Samstag, 20. Juli, ab 13 Uhr im Rahmen des CSD-Straßenfests eine Demonstration mit Fußgruppen durch Trier. Schmit-Z ist ein offenes Netzwerk für lesbische, schwule, bisexuelle, transidente, intersexuelle und sonstige Menschen. Karin Pütz sprach vor der Demo mit Alex Rollinger, dem Geschäftsführer von Schmit-Z (siehe Zur Person).

Umzüge mit Fußgruppen zum Christopher Street Day gibt es ja in anderen deutschen Städten schon länger  – jetzt erstmals auch in Trier. Wird das eine wilde Parade?

Alex Rollinger: „Das wird weder Festumzug noch Loveparade. Wir machen einen bunten Demonstrationszug durch die Stadt, ähnlich wie in Mainz und Koblenz. Wir haben eine politische Botschaft, und es wird keinen „Bum-Bum-Partywagen“ geben, der von unseren Anliegen ablenkt.“

Hat sich in den vergangenen Jahren denn nicht schon viel getan für die Rechte der LSBTI?

Rollinger: „Wir kommen jetzt erst richtig in Fahrt – die Ehe für alle ist erst der Anfang im Kampf um Freiheitsrechte. Bei der Demonstration geht es um die Sichtbarkeit. Wir zeigen, was wir bisher erkämpft haben und dass wir rechten Tendenzen etwas entgegenzusetzen haben. Aber wir sind noch lange nicht am Ziel. Es ist leider immer noch selten, dass sich zum Beispiel Menschen an ihrem Arbeitsplatz trauen, sich zu outen. Es gibt Übergriffe auf offener Straße und Mobbing in Schulen. Und auch in Bezug auf  Transmenschen muss noch viel getan werden.“

In der Trierer Jägerkaserne hat das Schmit-Z eigene Räumlichkeiten, in denen auch die Plakate für die Demonstration gemalt wurden – wer „darf“ eigentlich mitgehen an der CSD-Demo?

Rollinger: „’No fear – live queer’ heißt das diesjährige Motto. Also jeder, der keine Angst vor Menschen hat, die außerhalb der heterosexuellen Norm leben, darf und soll sich unserem Umzug durch die Stadt anschließen, dazu laden wir ganz herzlich ein! Wir würden uns auch wünschen, dass die Anwohner der betreffenden Straßen Regenbogenfahnen hissen. Es geht darum, Solidarität zu zeigen, auch wenn man selbst nicht zur Gruppe der LSBTI gehört.“

Die Streckenführung lässt ahnen, dass die Demo eine hohe Aufmerksamkeit erzielen wird.

Rollinger (lachend): „Und wir wollen unbedingt am Dom vorbei!“

Gibt es denn Unterstützung vonseiten der katholischen Kirche?

Rollinger: „Tatsächlich findet am Abend vorher in der Herz-Jesu-Kirche in Trier-Süd um 20.30 Uhr ein queeres Nachtgebet anlässlich des Christopher Street Days statt – ich finde das sehr positiv, dass Dechant Ralf Schmitz sich dazu bereiterklärt hat.“
          Die Fragen stellte Karin Pütz

Das Programm des Trierer Straßenfests am Christopher Street Day, Samstag, 20. Juli, am Kornmarkt:  
Motto: „No fear – live queer! 50 Jahre Stonewall“: ab 13 Uhr Demo-Parade durch die Innenstadt: Start in der Fleischstraße (Kornmarkt);
14.15 Uhr: Politische Kundgebung;
15 Uhr:  Moderation Ela Querfeld, Frankfurt;
15 Uhr:  Band Stevies 7, Trier;
16.15 Uhr: Duo Kaddacha, Trier;
17.15 Uhr: Ela Querfeld, Frankfurt;
18 Uhr:  MKSM acoustic Session, Köln;
18.30 Uhr: Moment des Gedenkens: 50 Jahre Stonewall;
20 Uhr:  CSD-Revue mit der Schmit-Z-Family, Partyalarm und Gästen, Trier;
21 Uhr: Band: MKSM, Köln;
21.30 Uhr: Band Access Icarus, Hamburg;
23 Uhr: After-Show-Party im Metropolis

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