Demokratie – aber wie?

"Demokratie lernen und leben" heißt das Programm, mit dem das große Tauziehen um den Namen der Grundschule Biewer anfing. Gelernt haben die Biewerer Grundschüler in dieser lokalen Groteske allenfalls, dass sie in dieser Demokratie absolut nichts zu sagen haben.

Das haben die erwachsenen Mitspieler mit viel Einsatz verhindert. Die Kinder wollten den Namen "Grundschule am Biewerbach". Doch zunächst einmal zeigte der Ortsbeirat Biewer seinen Grundschülern, wer das Sagen hat. "Antonius-Kerscht-Schule" sollte nach Ansicht des Gremiums der neue Name lauten. Mit dieser Situation war dann wirklich jeder unzufrieden. Die Kinder verloren das Vertrauen in ihr Demokratie-Programm, der Ortsbeirat sah sich ungerecht behandelt. Man griff zu der in einer Demokratie üblichen Methode der Konfliktbewältigung, setzte sich an einen Tisch und diskutierte die Sache aus. Der Ortsbeirat bewies Größe und bekundete, ab sofort offen für die Vorschläge der Kinder zu sein. Diese stimmten wieder ab, präsentierten den Namen "Grundschule im Biewertal Trier", und hier hätte die Geschichte doch noch glücklich enden können. Von wegen! Mit diesem Namen war nämlich Schuldezernent Ulrich Holkenbrink nicht einverstanden. Warum nicht? Das versteht kein Mensch. Nur die Grundschüler verstehen mittlerweile, dass auch Demokratie eine relative Geschichte sein kann. j.pistorius@volksfreund.de

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