DEMONSTRATIONEN

Zur Berichterstattung über NPD-Kundgebungen in Trier:

In Trier ist es schon zum zweiten Mal in diesem Jahr passiert, dass "zu Ehren" von etwa 20 (!) NPD-Mitgliedern der Verkehr in und um die ganze Stadt lahmgelegt wird. Die Demonstration wurde einen Tag vorher in einem TV-Artikel angekündigt. Weil ich bereits im Frühjahr das "Vergnügen" hatte, wegen dieses Irrsinns stundenlang im Stau zu stehen, machte ich diesmal meinem Ärger beim zuständigen Trierer Ordnungsamt Luft und fragte, wieso eine solche Veranstaltung erlaubt ist. Ich bekam zur Antwort, Gewerkschaften könnten zur Durchsetzung ihrer Forderungen ja auch auf die Straße gehen. Nach dieser Aussage der freundlichen Person am anderen Ende der Leitung merkte ich, dass es keinen Sinn macht, über dieses Thema noch weiter zu diskutieren. Es ist meines Erachtens eine Schande für unser Land, dass die Justiz nicht imstande ist, verfassungsfeindliche Gruppierungen und ebensolche Demonstrationen zu verbieten. Und sind die Politiker, die die unverhältnismäßigen NPD-Demonstrationen in Trier zulassen, womöglich dieselben, die bei der Einweihung des Mahnmals für die Opfer des Nationalsozialismus am Dom in der ersten Reihe standen? Was ist das für ein (krankes) Demokratieverständnis? Aber als "Groß"-Stadt Trier kann man sich ja was erlauben. Man ist ja wer! Unsere Ordnungskräfte haben ja auch nichts Besseres zu tun. In der Stadtverwaltung interessiert es offensichtlich niemand, wenn Tausende im Stau hängenbleiben. Vielleicht wird sich an dieser Einstellung etwas ändern, wenn im Wiederholungsfall jeder betroffene Verkehrsteilnehmer bei der Stadtverwaltung eine Rechnung wegen Verdienstausfalls einreicht? Dass die verantwortlichen Politiker dieses Verkehrschaos immer wieder ganz bewusst in Kauf nehmen, ist - ganz nebenbei - auch ein umweltpolitisches Vergehen: Die Luftqualität im Trierer Talkessel ist bekanntlich nicht gerade gut. Und dieser "braune", zum Himmel stinkende Dunst trägt mit Sicherheit nicht zu deren Verbesserung bei. Anton Becker, Mertesdorf