1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Trier: Den Dom und Liebfrauen ertasten

Trier : Den Dom und Liebfrauen ertasten

Ein Bronzemodell der Doppelkirchenanlage steht nun  vor der Dom-Information.

Die vielen Möglichkeiten, sich ein Bild vom Dom und der Liebfrauenkirche zu machen, sind ab sofort um eine dreidimensionale Variante reicher.

Am Domfreihof/Ecke Dom-Information steht nun ein Bronzemodell im Maßstab 1:200, das Gestalt und Ausmaße der Kirchen mit ihren frühchristlichen Wurzeln erkennen lässt. Berühren ist ausdrücklich erwünscht, denn das Tast-Modell soll auch blinden und sehbehinderten Menschen ermöglichen, sich zu informieren. Dompropst Werner Rössel ging bei der Einsegnung auf die Entstehungsgeschichte des Modells ein. Vor 19 Jahren habe sich der kürzlich verstorbene Diözesankonservator Professor Dr. Franz Ronig mit dem Wunsch nach einem Modell der beiden Kirchen an Hans-Joachim Woditsch gewendet.

Woditsch, der seit vielen Jahren Gästegruppen durch die Stadt und den Dom führt, ist Historiker und gelernter Maschinenbauer. Aus seiner Hand stammen auch die Modelle der Trierer Römerbauten im Landesmuseum.

Der Dompropst dankte auch der Trierer Steinwerkstatt Raquet, die den Sockel aus Mendiger Basaltlava fertigte, sowie Triers Oberbürgermeister Wolfram Leibe für die Unterstützung der Stadt und des Tiefbauamtes. Ebenso gelte sein Dank den vielen Trägern des Projektes, darunter auch die Pfarrei Liebfrauen, und den Spendern, durch die etwa 30 000 Euro für die Finanzierung zusammenkamen. Die Bischof-Stein-Stiftung gewährte einen Zuschuss von 8000 Euro.

Werner Rössel betonte, es sei nicht nur ein Modell für Blinde und Sehbehinderte, sondern aufgrund seiner Höhe auch gut geeignet, vom Rollstuhl aus betrachtet und von Kindern betastet zu werden.

Eine umlaufende Beschriftung bezeichnet – auch in Braille-Schrift – die einzelnen Gebäudeteile, die zum Teil „bis in die Mauerstrukturen hinein“ realistisch wiedergegeben sind.