Den Erwachsenen über den Kopf wachsen

Den Erwachsenen über den Kopf wachsen

Theater, Ausstellung, Podiumsdiskussion: In der Trierer Tuchfabrik hat am Wochenende das Festival "Land-schaf(f)t freie Kultur" stattgefunden. Landesweit haben sich 48 Einrichtungen und Theaterensembles daran beteiligt.

Trier. Mehr als doppelt so groß wie die Erwachsenen sind am Sonntagmorgen Esra, Aliah, Jasmin und Janin, die auf Stelzen vor der Tufa umherlaufen: Die vier Schülerinnen aus Trier-Nord begrüßen jeden Besucher des Festivals "Land-schaf(f)t freie Kultur", das an diesem Wochenende in 22 Städten in Rheinland-Pfalz stattgefunden hat, mit Flyern und Buttons.
Die vier Mädchen sind Teilnehmerinnen des soziokulturellen Projekts "Stelz-Art" aus Trier-Nord, das seit 2006 vom Verein transcultur organisiert wird. In Kooperation mit dem Jugend- und Kulturzentrum Exzellenzhaus und der Grundschule Ambrosius lernen sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche dabei das Stelzenlaufen. Anschließend treten sie auf Festen und Paraden in der ganzen Region auf. "Die Technik ist das eine, Leute ansprechen aber etwas ganz anderes", sagt Workshopleiter Uli Morrissey, der am Sonntag mit den vier Mädchen vor der Tufa steht.
Beim Festival "Land-schaf(f)t freie Kultur" präsentierten am Wochenende landesweit 17 soziokulturelle und kulturpädagogische Zentren und 26 professionelle freie Theater ihr Können. In Trier trat am Samstag die Compagnie Triarca mit ihrem Stück "Boamatabi" auf, am Sonntagnachmittag präsentierte die Gruppe Marram mit "Professor Humburg und der Sparlampenleuchtstoffröhrendiodenfisch" ebenfalls ein Theaterstück in der Tufa. Beide Stücke waren "spärlich besucht", sagt Tufa-Geschäftsführerin Teneka Beckers, "das Wetter war zu gut." Jeweils 40 Menschen kamen.
Sonntags konnte die Ausstellung "KunstBauSteine" besichtigt werden, in der Werke gezeigt wurden, die aus einem Projekt für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen hervorgingen. Am Sonntagmorgen diskutierten zudem zehn Kunst- und Kulturschaffende bei einer Podiumsdiskussion über das Thema "Jugendkultur in Trier und in der Großregion". Die Diskussion stieß auf geringes Interesse, rund 20 Besucher kamen. mem

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