Den Kindern fehlen die Spielgeräte
Trier-Tarforst · Die Tarforster Grundschule soll zwei neue Klassenzimmer bekommen. Der Ausbau würde 400 000 Euro kosten. Unterdes warten die Kinder des Kindergartens Alt-Tarforst auf die Sanierung ihres Spielplatzes, auf dem momentan nur eine kleine Holzhütte steht.
Trier-Tarforst. Die Beschlüsse des Ortsbeirates Trier-Tarforst, unter dem Vorsitz von Ortschefin Anne Weines (SPD), fielen einstimmig aus. Ein Zeichen von breiter Zufriedenheit der kommunalen Vertreter über die vom Trierer Rathaus ausgearbeiteten Beschlussvorlagen. Wiederum ging es um die neue Grundschule (der TV berichtete mehrfach). Im Rahmen des Schulentwicklungskonzeptes sollen durch einen Anbau zwei neue Klassenräume geschaffen werden, da die Schule bereits jetzt aus allen Nähten platzt. Wolfgang Schaab (FDP) erinnert an einen "langen Kampf", bis die Schule überhaupt gebaut wurde. "Doch da war sie schon zu klein."
Keine Schulcontainer
Schon vor Jahren hatte der Rat die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung gewarnt, sich nur auf statistische Zahlen bei den Planungen zu verlassen. Was sich als ein gravierender Fehler herausgestellt habe, so der Ortsbeirat unisono.
Begrüßt wurde, dass die Verwaltung die Anfangsideen, Container aufzustellen oder die Tarforster Kinder auf andere Schulbezirke zu verteilen, fallen gelassen hat. Werner Gorges (CDU) ärgert sich noch heute, dass der Rat mit seinen Bedenken damals kein Gehör bei Stadtverwaltung und Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) gefunden hatte. Das räche sich jetzt mit dem Erweiterungsbau, der aber grundsätzlich zu begrüßen sei. 22 000 Euro aus dem eigenen Budget hatte der Ortsbeirat beigesteuert, damit die Planung schnell zu Potte kam. Mit einem Anteil von 3000 Euro kommt, nach Gorges\' Ansicht, die Stadt sehr gut weg. Trotz hoher Baukosten von 400 000 Euro riet Parteikollege Josef Willems, schnell zuzustimmen "um das Kapitel zu beenden". Eigentlich habe er nicht mit einer so zügigen Entscheidung der Verwaltung gerechnet. Willems regte außerdem an, die Verwaltung möge prüfen, ob eine Überdachung zwischen den Gebäuden sinnvoll sei.
Sich über die Zukunft des Trierer Einzelhandels Gedanken zu machen und auch die Versorgung der Bevölkerung mit einzubeziehen, wurde positiv aufgenommen; das dafür aufgelegte Konzept 2025plus wurde einstimmig gebilligt - allerdings mit dem Hinweis, einige Punkte zu prüfen, etwa die Anbieter regionaler Produkte stärker zu fördern. Christian Simon Bamler (CDU) schlug wegen des zu beobachtenden Rückgangs des Angebots Im Treff vor, einen Teil der Fläche dort in eine Art Markthalle umzufunktionieren. Möglicherweise ließe sich so die Attraktivität steigern. Überhaupt könne Tarforst sich glücklich schätzen, so ein großes Einkaufsangebot direkt vor der Haustüre zu haben. Stadtratsmitglied Detlef Schieben (SPD), durch Zuzug neu im Ortsbeirat, sprach als ehemaliger Olewiger gar von "paradiesischen Verhältnissen". Er sehe die städtischen Planungen vor allem für jene Stadtteile aufgestellt, die ihre Entwicklung noch vor sich haben.
Anbindung für Senioren schlecht
Entschieden zu teuer seien die Fahrten mit den Stadtbussen, um das Tarforster Einkaufszentrum zu erreichen, erst recht für ältere Menschen, die keine andere Fortbewegungsmöglichkeit haben.
Heftig kritisiert wurde der Abbau einer Spielkombination des Spielgeländes am Kindergarten Alt-Tarforst in der Straße Zum Schombert. Dort sei vor längerer Zeit eine Kombination abgebaut worden, ohne für Ersatz zu sorgen. Bürgermeisterin Angelika Birk habe im vorigen Dezember ihre Unterstützung in dieser Sache zugesagt, aber bisher ihr Versprechen noch nicht eingelöst.
Extra
Weiterer Kritikpunkt in Richtung Rathaus: Bereits im Spätsommer 2013 wurde laut Ortsvorsteherin Anne Weines die Verwaltung gebeten, zu prüfen, ob der Radweg in der Hunsrückstraße in Olewig nicht weiter nach Tarforst geführt werden könne. Die Antwort blieb aus. lh