Den Kreuzweg gemeinsam erleben

Trier · Rund 800 Jugendliche sind am Freitagabend durch Trier gezogen und haben einen Kreuzweg gebetet. Die Veranstaltung hat die Eröffnung einer bundesweiten ökumenischen Aktion markiert - und war die Generalprobe für 20 ehrenamtliche Wallfahrtshelfer.

Trier. Pünktlich um 19 Uhr kehrt in der Basilika Stille ein. Keiner der rund 800 jungen Menschen sagt noch einen Pieps. Georg-Friedrich Lütticken, Vorsitzender des Presbyteriums der evangelischen Gemeinde, heißt die Versammelten willkommen. Besonders beeindruckt zeigt er sich davon, wie sehr sich die Konfessionen einander angenähert hätten. "Das sieht man alleine daran, wie nah der Herr Bischof und der Herr Präses beieinandersitzen", sagt er und weist auf Bischof Stephan Ackermann und Präses Nikolaus Schneider, Vorsitzender des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland, die andächtig nebeneinander auf der Kirchenbank Platz genommen haben.
Die Veranstaltung in Trier steht unter dem Motto "Erlöse uns" und markiert die Eröffnung des ökumenischen Jugendkreuzwegs, der sich rühmt, eine der größten konfessionsübergreifenden Aktionen in Deutschland zu sein. Er wird gemeinsam von katholischen und evangelischen Jugendorganisationen gestaltet. Über das ganze Land verteilt sollen jedes Jahr rund 60 000 Jugendliche daran teilnehmen.
Generalprobe für Helfer


In Trier pilgern die Jugendlichen von der Konstantinbasilika aus über Kreuzwegstationen an Kornmarkt, Heuschreckbrunnen, St. Irminen, Pauluskirche, Stockplatz, Hauptmarkt und Domfreihof zum Dom, wo die abschließende Andacht gefeiert wird. Im Dom können die Jugendlichen auch die Heiltumskammer besichtigen, wo der Heilige Rock aufbewahrt wird. Die Stationen selbst sind mit Fotografien der Oberammergauer Passionsfestspiele bebildert. An jeder Station wird gesungen und ein kurzes Gebet gesprochen.
20 freiwillige Helfer der Heilig-Rock-Wallfahrt koordinierten den Pilgerzug. Für sie war die Aktion auch eine Generalprobe für die große Wallfahrt vom 13. April bis 13. Mai.
Der Jugendkreuzweg wurde zum ersten Mal 1958 gebetet und sollte eine Brücke zwischen West- und Ostdeutschland sein.

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