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Den kriminellen Kreislauf durchbrechen

Den kriminellen Kreislauf durchbrechen

Das Leben nach der Haft oder auf Bewährung ist oft mit Schwierigkeiten verbunden. Der Trierer Verein Probare bietet straffällig Gewordenen eine Anlaufstelle, berät sie und ihre Angehörigen. Nun hat der Verein während seiner Fünf-Jahres-Feier auch sein neues Büro in der Schönbornstraße eingeweiht.

Trier. Wie wichtig eine Betreuung von Kriminellen auch nach einer Haftstrafe ist, bringt der Präsident des Landgerichts, Wolfgang Krämer, auf den Punkt: "Nach der Tat ist vor der Tat." Doch die Justiz habe kaum Möglichkeiten, auf dieser Stelle im Leben eines straffällig Gewordenen einzuwirken. Hier kommt Probare, der Trierer Verein für Straffälligenhilfe e.V. ins Spiel und versucht, den Kreislauf von Haft und erneuter Kriminalität zu durchbrechen.

"Die Gefahr für einen Rückfall ist hoch"



Jetzt haben die Mitarbeiter das fünfjährige Bestehen des Vereins gefeiert. Gleichzeitig weihten sie den neuen Raum des Vereins in der Schönbornstraße 1 (ehemaliges Arbeitsamt) ein.

Probare will straffällig gewordenen auf Bewährung oder nach der Haft die Rückkehr in den Alltag, und damit eine Resozialisierung, erleichtern. Verschiedene Projekte, die der Verein Bausteine nennt, sollen ihnen dabei eine Stütze sein. Dazu gehören Beratungen zu Behördengängen, Schulden, aber auch die Suche nach einer sinnvollen Freizeitgestaltung. "Nach dem Gefängnisaufenthalt kommen die Leute oft wieder in ihre alte Umgebung, mit den gleichen Menschen und den gleichen Problemen", sagt Mitarbeiter Rainer Görgen. "Da ist die Gefahr für einen Rückfall hoch." Doch auch Angehörige können sich an den Verein wenden. "Je nach Straftat wissen die manchmal gar nicht über die kriminellen Aktivitäten Bescheid. Es kommt durchaus vor, dass dann die Ehefrau mit ihren Kindern ihre Lebensgrundlage verliert und nicht weiß, was sie tun soll."

Bewährungshelfer, Psychologen und Verwaltungsfachkräfte engagieren sich ehrenamtlich in dem Verein. Theo Rang, der Vorsitzende, ist sogar pensionierter Richter. Hierbei sind also Fachkräfte aktiv, die eng mit den Gefängnissen zusammenarbeiten. Das ermöglicht dem Verein, auch präventiv tätig zu sein. In dem Projekt "Fünf vor zwölf" werden beispielsweise jungen Erwachsenen, die bereits mehrfach kriminell aktiv waren, die Folgen eines Gefängnisaufenthaltes mit einer Führung vor Ort deutlich gemacht. Wie vielen straffällig Gewordenen so geholfen werden konnte, weiß Görgen nicht genau - genaue Zahlen gibt es nicht. "Aber die Beratung wird immer mehr angenommen und akzeptiert."

Weitere Informationen unter www.probare-trier.de