Denkmalschutz

Zu unserem Artikel "Tauziehen um 200 Jahre altes Wegekreuz" (TV vom 3. Juli):

Über Hunderte Jahre stand an der Straße von Wasserbillig nach Trier, am Ort Löwener Mühle ein kunstvolles Wegekreuz, das vor 30 Jahren über Nacht spurlos verschwand. Recherchen über seinen Verbleib führten lange Zeit zu keinem Ergebnis. Wer erinnert sich nicht an die Zeit, wo in ländlichen Gegenden Kulturgut wie alte Schränke, Truhen, sogar alte Haustüren von hausierenden Händlern erworben wurden und teures Gut unwiederbringlich verloren ging? Dass man steinerne, religiöse Denkmäler (Wegekreuze sind solche) abtransportiert, ist kaum zu überbieten. Reinhold Thiel, dem ersten Beigeordneten der Ortsgemeinde Langsur, ist es zu verdanken, dass neben dem Verbleib auch der Veranlasser der unrühmlichen Tat bekannt wurde. Aus der Veröffentlichung des TV-Berichts vom 3. Juli wissen wir, dass für das Löwener Mühle-Kreuz ein Kaufpreis von 4500 Mark im Raum stand. Womöglich wurde die Ware letztlich doch zu heiß. Man lenkte ab und machte das Wegekreuz zu einer wohltätigen Stiftung. "Schließlich habe er sich dann dafür entschieden, es (das Wegekreuz) heimatnäher zu seinem Wohnort Konz aufstellen zu lassen, und zwar im Freilichtmuseum Roscheiderhof", wird der Besitzer zitiert. Das unrühmliche Geschehen um das Wegekreuz hat die Gemüter in Langsur und darüber hinaus sehr erregt. Jedoch erleichtert und froh ist man darüber, dass die Odyssee eines Wegekreuzes zu Ende gehen kann. Die Hoffnung dazu gibt Ulrich Haas, Leiter des Freilichtmuseums Roscheiderhof, in dem er Reinhold Thiel, Gemeinde Langsur, mitteilt: "Unser Museum ist zwar nach wie vor der Meinung, dass dem ursprünglichen Standort eines Bauwerkes in jedem Fall der Vorzug zu geben ist." Seine klaren Worte mögen alle beflügeln, mit ihrem Beitrag die leidige Geschichte zu Ende zu bringen. Auf Wiedersehen beim Richtfest des heimkehrenden Wegekreuzes an der Löwener Mühle! Und das hoffentlich bald. Kurt Scheuer, Oberbillig