Der alte Bautz läuft wieder wie geschmiert - 60 Jahre alter Traktor aus Mehring soll auf dem Jakobsweg fahren

Der alte Bautz läuft wieder wie geschmiert - 60 Jahre alter Traktor aus Mehring soll auf dem Jakobsweg fahren

Familie Blees aus Mehring hat einen 60 Jahre alten Traktor restauriert. Ist der Oldtimer jetzt fit für den Jakobsweg?

In rund 600 Arbeitsstunden haben Matthias und Horst Blees aus Mehring - Vater und Sohn - einen alten Traktor restauriert. Jetzt läuft der "Bautz AS 120" wieder wie geschmiert. Die meisten Jüngeren können mit dieser Bezeichnung vermutlich wenig anfangen. Doch für die Familie Blees ist das Gefährt in den vergangenen Monaten zu einem liebenswerten Objekt geworden.

Die Rede ist von einem Traktor aus den Bautz-Werken, der bereits 60 Jahre auf dem Buckel hat. Vater Matthias Blees (79) hatte den 14 PS starken Traktor 1967 gekauft. "Seit diesem Jahr ist er im Familienbesitz", erzählt der Senior. Schon damals hatte der Bautz einen Vorbesitzer. Matthias Blees setzte den Traktor im Weinberg und bei Waldarbeiten ein.

In den vergangenen 15 Jahren war er eine willkommene Arbeitshilfe bei der örtlichen Seniorengruppe "Aktiv", etwa wenn es galt, den Ort zu verschönern und Sehenswürdigkeiten für die Gäste zu schaffen. Einer der Einsatzorte war das Ausflugsziel Huxlay-Hütte mit Umgebung. Sohn Horst Blees (53) und Enkel Denis (27) erzählen: "Vor etwa drei Jahren fing er dann an zu mucken und hat Öl verbrannt." Für den Kraftfahrzeug-Mechaniker Horst und Sohn Denis, einen Elektromeister, war klar: "Da schaffen wir Abhilfe." Zunächst wurde der Motor zerlegt. Die Kolben, Zylinderlaufbüchsen, Lager und Dichtungen wurden restauriert und erneuert. Denis Blees: "Danach haben wir weitergemacht und das Getriebe zerlegt. Es wurde neu gelagert und abgedichtet."

Neben dem Hinterachsantrieb sollte auch die angebaute Seilwinde von der Firma Werner aus Ehrang überarbeitet werden. Dort staunte man nicht schlecht über das gut erhaltene Arbeitsgerät und half gerne. Für Familie Blees war damit aber noch nicht alles getan. Das Verdeck wurde erneuert, es wurden Metallteile bis auf das blanke Blech abgeschliffen. Die Einzelteile wurden grundiert und in den traditionellen Bautz-Farben Gelb und Grün lackiert. Dann ging es ans Zusammenbauen, und siehe da, der alte Bautz lief wieder wie neu. Die Nummernschilder sind, ohne Europakennung, eine Sonderanfertigung. "Das ging nur wegen der sogenannten Besitzstandswahrung", erklärt Horst Blees. Künftig soll der 22 Stundenkilometer schnelle Bautz AS 120 kein Ausstellungsstück sein, sondern weiterhin für den Seniorenclub zur Verfügung stehen.

Unter anderem sind Fahrten zu Oldtimertreffen geplant. Eine Idee wurde bei den Senioren geboren, über die allerdings noch genauer gesprochen werden soll: Der Bautz mit Anhänger könnte der Seniorengruppe auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela gute Dienste leisten.