Der Anfang ist gemacht
Ein ehrgeiziges Ziel hat Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen bei der Auftakt-Veranstaltung zur Entwicklung eines Integrationskonzepts gestern formuliert: Bis zur Kommunalwahl Mitte 2009 soll der Entwurf stehen.
Trier. Von Stuttgart und Saarbrücken lernen heißt, mehr über Integration zu lernen. Beide Städte haben bereits ein Integrationskonzept. Dass ein solches auch in Trier erforderlich ist, machte Oberbürgermeister Klaus Jensen gestern Nachmittag zur Eröffnung der Auftaktveranstaltung im Tagungszentrum der Industrie- und Handelskammer deutlich: "Es gibt rund 8000 ausländische Mitbürger in Trier. Zusammen mit den Spätaussiedlern und den gerade erst Eingebürgerten hat damit jeder fünfte Trierer etwas mit der Problematik zu tun." Mit einer Unmenge an Benachteiligungen haben die ausländischen Mitbürger in der Stadt zu kämpfen - gestern kamen sie zumindest ansatzweise zur Sprache. "Keine Arbeit, deswegen kein Geld, das ist schlecht", beschrieb etwa Al-Saidi Husan, was er immer wieder in seiner Nachbarschaft erlebt. Seit acht Jahren wohnt der Iraker in Trier, er arbeitet als Lehrer an einer arabischen Schule und möchte bleiben, eine dauerhafte Arbeitserlaubnis hat er jedoch nicht. Idee: Migranten-Quote in der Verwaltung
Nicht nur er nutzte am Freitag die Gelegenheit, sein Anliegen öffentlich zu machen. Nachdem zu Beginn der Veranstaltung die Integrationskonzepte der Städte Stuttgart und Saarbrücken vorgestellt worden waren, wurden die rund 140 Zuhörer in Gruppen eingeteilt, in denen gesondert diskutiert wurde. Gemeinsam wurde erörtert, was sich die Trierer für das Integrationskonzept wünschen. Die Ergebnisse wurden zum Abschluss in der großen Runde vorgestellt: Dass sich etliche der Teilnehmer schon intensiv mit dem Thema beschäftigt haben, zeigten die vielen interessanten Ideen - etwa die eines Besuchers, der eine Mindest-Anzahl von Verwaltungs-Mitarbeitern mit Migrationshintergrund anregte. Aufmerksam lauschten die Initiatoren der Veranstaltung - Vertreter der Stadt, des Ausländerbeirats und des Arbeitskreises Trierer Integrationskonzept - den Ausführungen. Eines nämlich wollen sie auf jeden Fall von Saarbrücken lernen: "Der Weg als Ziel: Wie eine Kommune zu einem Integrationskonzept kommen kann, das nicht in der Schublade landet", hatte die Saarbrücker Leiterin des Zuwanderungs- und Integrationsbüros, Veronika Kabis, zu Beginn ihres Vortrags das Ziel vorgegeben. Weiterer Bericht folgt.