Trier: Der Anker im Stadtteil Trier-Kürenz

Trier : Der Anker im Stadtteil Trier-Kürenz

Es begann mit Angeboten für Kinder und Senioren, heute richtet sich der Treffpunkt am Weidengraben an alle Einwohner. Am Samstag feiert die Einrichtung ihr 30-Jähriges – und sieht sich längst nicht am Ende einer Entwicklung angekommen.

Aus dem Nebenraum ertönt munterer Gesang: „Ich will lachen, lachen.“ Der Senioren-Singkreis trifft sich jeden Dienstag hier im Treffpunkt am Weidengraben. Am Fenster laufen Kinder vorbei, sie schnitzen Holzfiguren und spielen Fußball. Wenige Meter weiter, im Weidengraben 5, ist Hip-Hop-Musik zu hören, während sich Jugendliche dort austauschen oder in der Graffitiwerkstatt weiter an ihren Projekten arbeiten. Hier ist es bunt, ruhig, laut, jung, alt, multikulturell, vielfältig – und vor allem: immer offen.

Was vor 30 Jahren mit Ideen zur Kinderbetreuung und zur Verbesserung der Lebenssituation Älterer begonnen hat (siehe Extra), hat sich zu einem Treffpunkt für alle Menschen entwickelt. „Wir haben eine offene Tür. Hier kann immer jeder kommen“, sagt Carsten Schmitt, Leiter des Treffpunktes am Weidengraben im Trierer Stadtteil Kürenz.

Am Weidengraben 31a sind der Treffpunkt und der Hort zu Hause – ein Sammelpunkt für Flüchtlinge, Menschen mit Migrationshintergrund, Eltern, Kinder, Senioren und Schüler. Im integrativen Hort werden tagsüber rund 30 Kinder betreut. Nebenan gibt es Angebote für Flüchtlinge und Migranten wie ein offenes Lernsprachtraining. Senioren kommen zum wöchentlichen Spielenachmittag, zum Sing- und Tanzkreis, Mittagstisch oder dem gemeinsamen Frühstück.

Ebenso vielfältig: das Angebot des Jugendzentrums im Weidengraben 5. „Hier kann es ein bisschen lauter und bunter werden. Und langweilig ist es nie“, sagt Tom Cartus, Leiter des Jugendzentrums.

Ein offener Jugendtreff, Kinderclub, die Kinder- und Jugendkulturarbeit, die Graffitiwerkstatt oder das Tonstudio geben den Kindern und Jugendlichen einen Raum, in dem sie zusammenkommen, sich selbst ausprobieren, ihre Kreativität entdecken, aber auch über ernsthafte Themen reden können. Die Umsetzung der Gründungsidee – die Förderung des Zusammenhaltes des Stadtteils – sei auch jetzt, nach 30 Jahren, der Schwerpunkt der Arbeit, sagt Carsten Schmitt. Mit Blick auf die Zukunft sei es das Wichtigste, mit der Zeit zu wachsen.

Am Samstag, 7. September, lädt der Treffpunkt ab 14 Uhr am Weidengraben 31a zum Sommerfest mit der Keune-Grundschule und der Kita St. Augustin. Dann wir das Jubiläum gefeiert und zurückgeblickt auf eine Zeit, in der die Menschen, der Stadtteil und der Verein gewachsen sind, sich aber nicht verloren haben. Sie hatten ja den Treffpunkt als Anker.

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