Der Brettakrobat

TRIER. Der Name Alex Schmitz ist über die Trierer Skateboard-Szene hinaus ein Begriff. Sein Film "City-Games" stellt die Stadt Trier als Schauplatz der rollenden Bretter in den Mittelpunkt und will auch Außenstehenden das Lebensgefühl, das hinter diesem Sport steht, näher bringen.

Alex Schmitz ist im Stadtteil Euren aufgewachsen und in der Innenstadt, wo er schon als Jugendlicher den Großteil seiner Freizeit verbrachte, zur Schule gegangen. Im Alter von elf Jahren kam er an der Basilika zum ersten Mal mit Skateboarding in Kontakt, und in diesem Augenblick war es um ihn geschehen. "Das war für mich der ,magic-moment'". Bretter, Achsen und Rollen. Seitdem bin ich immer mit dem Brett unterwegs. Ich bin sozusagen an der Basilika groß geworden." Ein einschneidendes Erlebnis in seinem Leben war ein Sportunfall im Sommer 2000. "Das war für mich ein riesiger Schock. Mir wurde plötzlich klar, dass es Grenzen gibt. Ich wollte aber auf keinen Fall das Skateboardfahren aufgeben und suchte daher nach neuen Wegen, meine Energie in diesen Sport zu investieren." Er sei zwar schon vorher mit dem Medium Film in Kontakt gekommen, aber erst durch diesen Entwicklungsprozess habe er hier neue Möglichkeiten gesehen. Nachdem er wieder auf dem Brett stehen konnte, begann er die akrobatischen Tricks seiner Freunde mit der Kamera festzuhalten. Es folgten verschiedene Projekte, darunter ein Trailer für die Musikgruppe "4Deep" und Musikvideos für "Jay Mo" und "Wiascalz". Letztes Jahr feierte sein erster großer Film "City-Games" im Broadway-Fimpalast Premiere. Der Film dokumentiert die Trendsportart Skaten, die mittlerweile olympische Disziplin geworden ist und rückt dabei die Szene in Trier in den Mittelpunkt. Schmitz ist wichtig, dass "City Games" nicht als bloße Aneinanderreihung technischer Tricks verstanden wird, sondern auch Menschen anspricht, die nichts mit Skateboarding zu tun haben. "Skaten ist mehr als nur ein Sport, es ist eine Art Lebensgefühl. Die Jugendlichen lernen motorische Fähigkeiten, aber auch ihre eigene Persönlichkeit zu entwickeln. Über diesen Weg bekommen sie Selbstbestätigung, die ihnen Stärke für den Alltag gibt. Dieser Sport müsste viel stärker gefördert werden, denn wenn man skatet, hat man keine Zeit, auf dumme Gedanken zu kommen." In Ehrang arbeitet Schmitz im Ortsteil "Auf der Bausch" zur Zeit zusammen mit dem Streetworker Alex Elsen und Ralf Kotschka von der Kunstakademie Trier an einem Projekt, das Jugendlichen mittels neuer Medien ein besseres Verständnis von sich und ihrer Lage vermitteln soll. Sein Engagement für die Jugend, erklärt Schmitz, entstehe aus seiner Liebe zu Trier: "Viele meiner Freunde sind aus Trier weggegangen, weil sie mit dem Ist-Zustand nicht zufrieden waren. Ich bin hier geblieben. Ich liebe Trier, ich bin hier geboren und ich will hier etwas verändern, weil ich an Trier hänge." Für die Zukunft hat Schmitz noch viele Pläne. Fest steht schon jetzt, dass im nächsten Jahr im Rahmen der Konstantin-Ausstellung eine seiner Arbeiten im Videoarchiv in Schleife laufen wird.