| 20:35 Uhr

Der Briefträger heißt heutzutage FKEP

 Die Klasse 8a der Nelson-Mandela-Realschule plus aus Trier bei ihrem Besuch des Briefzentrums Trier im Rahmen des KLASSE!-Projekts. TV-Foto: Björn Pazen
Die Klasse 8a der Nelson-Mandela-Realschule plus aus Trier bei ihrem Besuch des Briefzentrums Trier im Rahmen des KLASSE!-Projekts. TV-Foto: Björn Pazen
Trier. Im Rahmen des TV-Schulprojekts KLASSE! hat sich die Klasse 8a der Nelson-Mandela-Realschule plus Trier im Briefzentrum im Trierer Hafen über die Ausbildungsmöglichkeiten bei KLASSE!-Partner Deutsche Post/DHL informiert. Björn Pazen

Trier. Warum gibt es Briefmarken? Wie schwer darf ein Paket sein? - und viel wichtiger: Was verdient man denn so als Azubi bei der Post? Die Klasse 8a der Nelson-Mandela-Realschule plus aus Trier hatte einen langen Fragenkatalog vorbereitet, als sie am Montagmorgen im Briefzentrum im Trierer Hafen auflief. Ihre Klassenlehrerin Marita Momber-Meyer hatte sich im Rahmen des TV-KLASSE!-Projekts für den "Ausbildungstag" bei KLASSE!-Partner Deutsche Post/DHL beworben - und gewonnen.
Ottmar Becker, Ausbildungsleiter der Post im Briefzentrum, konnte dann auch alle Fragen beantworten - und präsentierte den Schülern die Ausbildungsmöglichkeiten bei der Post. Die wichtigste Grundregel hatten die Achtklässler schnell verstanden - für alles gibt es bei der Post Abkürzungen. Sie sahen bei ihrer Betriebsbesichtigung die ILVM (Integrierte Lese- und Verarbeitungsmaschine), die die ein- und ausgehenden SBf (Standardbriefe) für die Zustellung oder den Weitertransport sortiert, die dann im BehW (Briefbehälterwagen) zwischengelagert werden.
Und auch für den guten alten Briefträger gibt es eine Abkürzung: Entscheiden sich die Schüler für eine Ausbildung, heißen sie offiziell FKEP. Das steht für Fachkraft für Kurier-, Express- und Postdienstleistungen. Und der FKEP muss fit sein: "Wir legen bei der Einstellung nicht nur Wert auf gute Deutsch- und Mathe-Noten, sondern der Bewerber muss auch in Sport mindestens eine drei haben. Schließlich ist er viel zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs und muss deswegen fit sein. Man muss zudem Spaß haben, an der frischen Luft zu arbeiten", erklärte Becker.
Zwei Jahre dauert die Ausbildung, derzeit beschäftigt die Post im Bereich des Briefzentrums Trier - das auch die Eifel und die Region Wittlich abdeckt - 20 angehende FKEP. "Wir versuchen, unsere Auszubildenden heimatnah einzusetzen", sagt Becker. In zwei Filmen stellte er den Achtklässlern den typischen Tagesablauf eines Auszubildenden und den Weg eines Briefs vom Absender zum Empfänger vor.
Links rein, rechts raus


Bei der Besichtigung wurde erläutert, warum es sich in Trier um ein durchlaufendes Briefzentrum handelt. Links kommt entweder die Post aus dem Postleitzahlbereich 54 an, die sortiert und zu den anderen nationalen Briefzentren oder das Internationale Postzentrum am Frankfurter Flughafen weitertransportiert wird. Oder aber es handelt sich nachts und morgens um die Post, die von überall her für den Bereich Trier ankommt, und dann auf die einzelnen Zustellbezirke verteilt wird - und rechts verlassen die Briefe die Halle im Trierer Hafen wieder.
Gegen 6.30 Uhr beginnt für Zusteller und Azubis der Tag mit der Vorbereitung, dann werden Briefe oder Pakete ausgeliefert. Bundesweit gibt es bei der Post rund 86 000 Brief- und 13 000 Paketzusteller, an jedem Tag werden 65 Millionen Briefe deutschlandweit zugestellt. Alleine 110 Mitarbeiter sind nur im Briefzentrum Trier im Drei-Schicht-Betrieb tätig - ohne die Zusteller.
Fasziniert von den Zahlen waren auch die Achtklässler der Nelson-Mandela-Realschule plus aus Trier. Einige konnten sich nach der Besichtigung zumindest mit einem Schul-Praktikum im Briefzentrum anfreunden.