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Der Bypass ist der einzige Lichtblick

Der Bypass ist der einzige Lichtblick

Verkehr

Zu unserem Artikel "Ampeln und Bypass für den Kreisel in Trier-Nord" (TV vom 9. Juni):
Während allerorten Verkehrskreisel aus dem Boden sprießen und damit jeden Tag beweisen, dass sie den Verkehrsfluss erhöhen, geht man in Trier genau den umgekehrten Weg. Statt wie bisher vor dem Einfahren in den Kreisel zu Stoßzeiten etwas längere Wartezeiten hinzunehmen, wird man jetzt vor dem Kreisel und sicher auch im Kreisel an Ampeln gerade im Berufsverkehr immer wieder warten müssen. Da möchte man fast wetten, dass die Gesamtzeit vom Erreichen des Kreisels bis zum Verlassen des Kreisels für fast alle Relationen nach der Aufstellung der Ampeln länger wird. Hat sich außerdem schon jemand überlegt, welche Wartezeiten für die Fußgänger und Radfahrer durch die Ampeln entstehen? Die nach meiner Erfahrung zunehmende Zahl an Alltagsradlern, teilweise auf Pedelecs, steuern gerade auch dieselben Ziele in der Stadt an. Deshalb kann ich nicht verstehen, wie man Radfahrer aus einem solchen Kreisel raushalten können soll. Dass sich Radverkehr, große Kreisel und viel Verkehr nicht widersprechen, kann jeder in Münster am Ludgeriplatz erfahren. Die Logik, dass die Ampeln helfen können, die innere Spur zu nutzen, bleibt wohl auch ein Geheimnis der Planer. Das Gegenteil ist doch wohl eher zu erwarten. Spätestens, wenn nämlich im Kreisel an einer Ampel gewartet werden muss, werden die Autofahrer bemüht sein, auf der äußeren Spur zu stehen. Das kann man schon heute an allen Ampeln beobachten, bei denen viele danach rechts abbiegen wollen. Anderen Ländern gelingt es dagegen, durch intelligente Wegweisung Kreisel auch zweispurig optimal zu nutzen. Und ganz ehrlich, wenn es in Trier nicht gelingt, den Autofahrern die Innenspur schmackhaft zu machen, dann sollte man besser die Außenspur zur Radspur erklären und würde damit dem Ziel eines größeren Radverkehrsanteils sicher besser dienen. Und obwohl in Trier an allen Ecken das Geld fehlt, will die Stadt für diese zweifelhafte Maßnahme viel Geld in die Hand nehmen, das sicher besser in Schulen und deren Ausstattung investiert würde. Der Bypass von der Loebstraße zur Autobahn ist in der Planung dann auch der einzige Lichtblick. Den Rest sollte man als verspäteten Aprilscherz einstufen und auf keinen Fall weiter verfolgen.
Matthias Bellmann
Trier