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Der Chef der Bitburger Brauerei liest für Flüchtlinge

Bildung : Mit Marzihäschen durch den Dunkelwald

In seiner Freizeit schreibt der Chef der Bitburger Brauerei Kinderbücher. In einer Märchenstunde hat Axel Dahm nun Flüchtlingskindern eine eigene Geschichte erzählt. Mit ein paar Tricks konnten ihr auch Zuhörer folgen, die noch kaum Deutsch sprechen.

Vorlesen fesselt: Wenn „Schokobär und Marzihäschen“ ihre lange Reise durch den Dunkelwald antreten, hören die rund 20 versammelten Kinder gespannt zu. Und das, obwohl einige von ihnen erst seit kurzem überhaupt mit der deutschen Sprache in Kontakt gekommen sind. Denn Autor Axel Dahm liest an diesem Morgen im Kindergarten Spielstube in der Aufnahmestelle für Asylbegehrende (Afa) vor. In seiner Freizeit schreibt Dahm, Geschäftsführer der Bitburger Braugruppe, gerne Kinderbücher. Das Vorlesen daraus hat inzwischen eine gewisse Tradition. „Ich mache das jedes Jahr, beispielsweise für Kinder im Krankenhaus“, sagt er. Als die Allianz pro Menschlichkeit (Sozialbündnis zwischen Wirtschaft und Landesverband DRK) Kontakt zu ihm aufnahm, habe er sich daher spontan für den Termin in der Afa begeistert. Mit im Gepäck: 4000 Exemplare des Märchenbuchs „Schokobär und Marzihäschen“ als Geschenk für die Allianz pro Menschlichkeit. Das Angebot zu einem handsignierten Exemplar nutzen die Kinder und Jugendlichen in der Afa-Spielstube sogleich und bestürmen im Anschluss an die Vorlesestunde den Autor. Offenbar ist die Geschichte rund um das kleine ängstliche Häschen aus Marzipan und den großen, gutmütigen Bär aus Schokolade gut angekommen. In der Kindergartengruppe war einige Tage zuvor schon der Inhalt des Buches besprochen worden. Somit stellt die Sprachbarriere an diesem Morgen kein unüberwindbares Hindernis mehr dar. Die auf der Leinwand gezeigten, gemalten Szenen veranschaulichen zusätzlich die Abenteuer der beiden Zuckerbäcker-Tiere.

Die Zuhörerrunde erfährt von ihrer Entstehung in der Werkstatt von Meister Leopold, ihrem durch eine Lüge erschlichenen Verkauf an den reichen Händler Karamelitus Kranenberg und die Bedrohung durch dessen ungezogene Tochter Karamelita. Doch mit Mut und einen großen Trick gelingt den beiden Helden die Flucht aus einer Glasvitrine und durch den Dunkelwald zurück zu Leopold. Am Ende fasst sich sogar das ängstliche „Marzihäschen“ ein Herz und hat seinen großen Moment. Mit einer Reihe von Weihnachtsliedern in verschiedensprachigen Strophen bedanken sich die Kinder bei Dahm für die Vorlesestunde.

Und nach so viel Gespräch über Tiere aus Marzipan und Schokolade wird natürlich zum Abschluss unter den jungen Zuhörern noch Süßes an die Runde verteilt.