Der Durchbruch ist geschafft

Jetzt wird korrigiert, was beim Ausbau der Mosel in den sechziger Jahren verbockt wurde: Ein Seitenarm des Flusses bei Mehring wird so umgestaltet, dass er seine Funktion als Laichgebiet für Fische tatsächlich erfüllen kann.

Mehring. Es war gut gedacht, aber schlecht gemacht. Beim Ausbau der Mosel zur Schifffahrtsstraße vor etwa 50 Jahren sollte ein Seitenarm bei Mehring als Rückzugs- und Laichgebiet für Fische dienen. Sollte. Die Planer hatten nicht bedacht, dass die beiden Betonrohre, die im Unterlauf für einen Abfluss des Wassers sorgen sollten, schnell durch Schlamm und Steine verstopft wurden.
Insbesondere bei Hochwasser gelangten mit der Strömung auch Müll, Äste und anderes Treibgut in den Seitenarm und setze sich fest. Das Gewässer verlandete, war ökologisch nahezu tot. Säuberungsaktionen der Mehringer Feuerwehr an den Rohren schafften nur vorübergehend Abhilfe.
Derzeit läuft auf Bestreben der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord die Aktion Wiederanbindung der Mehringer Laach an die Mosel. Der Altarm wird durchlässig gemacht, indem er auf der Unterstromseite aufgebaggert wird. Dadurch soll ein wellenarmer Rückzugsraum für Tiere und Pflanzen entstehen. Wie Geograph Joachim Sautter vom Büro BGH plan Trier mitteilt, sind 220 Tonnen belasteter Aushub zur Deponie nach Mertesdorf gefahren worden. Mit Wasserbausteinen werde eine Furt hergestellt, damit Grundstücksbesitzer noch auf ihr Land gelangen können. Ziel der Gemeinde Mehring sei es, alle privaten Parzellen zu erwerben. Anschließend soll die Furt so zurückgebaut werden, dass eine Insel entsteht. Die Arbeiten sollen nächste Woche fertig sein. alf