Der Filscher "Fluch"

Vorwürfen und unangenehmen Fragen hat sich der Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft bei der Filscher Ortsbeiratssitzung gestellt. Er versuchte, den Mitgliedern zu erklären, warum der Trie rer Stadtteil weitere drei Jahre ohne Kita auskommen muss.

Trier-Filsch. Die Mitglieder des Ortsbeirats Filsch sind empört. "Da liegt ein Fluch auf der Sache", sagt Georg Bajor von der FDP. Gerade haben sie erfahren, dass der Bau der Filscher Kita immer noch nicht starten kann. Frank Simons, der Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft, erläutert den Mitgliedern die Gründe für die Verzögerung (TV vom 5. Dezember). "Was wir gemacht haben, ist einfach die Reißleine gezogen", sagt er.
Der stellvertretende Ortsvorsteher Joachim Gilles (FDP) regt sich auf: "Wieso hat man mir 2013 gesagt, die Sache läuft? Obwohl die Planung gerade auf Eis lag", fragt er. Simons zuckt mit den Schultern. Zu dem Zeitpunkt sei er nicht in Trier gewesen, dazu könne er nichts sagen.
Vorwürfe werden laut: "Wieso sitzen nicht Frau Birk oder Herr Ludwig hier und erklären uns das? Ihr könnt uns nie was sagen, nie habt ihr Antworten für uns! Wie konnte das passieren? Wurde die Kostenfortschreibung nicht einberechnet? Das ist der Fehler, die rechnet ihr nie mit ein! Das ist eine Unverschämtheit, was sich die Stadt da erlaubt hat!"
Dann prasseln Fragen auf Simons nieder: Wer zahlt die Mehrkosten? Wieviel hat es bis jetzt gekostet? Gab es keine Vorgaben für den Architekten? Wie kann es sein, dass der Kostenrahmen von Anfang an nicht haltbar war?
Der Leiter des Amts für Gebäudewirtschaft versucht, zu besänftigen: Der Architekt, der jetzt beauftragt wird, möge die Beine in die Hand nehmen, "vielleicht schaffen wir es, bis Frühjahr 2018 fertig zu sein." Mit einem schlichteren Entwurf und einem geringeren Bauvolumen sollte es möglich sein, die Kosten im Rahmen zu halten. Außerdem versuche er, mit dem abgesetzten Architekten zugunsten der Stadt über sein Planungshonorar zu verhandeln.
Stefan Leist vom Stadtplanungsamt, der wegen eines anderen Themas an der Sitzung teilnimmt, springt ihm bei: Es kämen keine weiteren Kosten auf den Ortsbeirat zu.
Auf die Frage, ob denn überhaupt noch Bedarf da sei, da die Kinder ja nun älter seien, sagt Simons, die Kapazitäten gingen sogar eher nach oben. Das Jugendamt mache Druck. Im Jahr 2016 wolle die Stadt sogar drei bis vier weitere Kitas auf den Weg bringen."Stadt muss Stellung nehmen"


Am längsten diskutieren die Mitglieder die Frage, welche Alternativen die Stadt den Bewohnern anbiete (Robert Kempf von der CDU) und wer von der Stadt den Betroffenen Rede und Antwort stehe (Norbert Lambertz, SPD). Kempf fordert: "Die Stadt Trier muss Stellung dazu nehmen, was da jetzt passiert. Was machen wir denn in den nächsten drei Jahren mit denen, die mit der damals gemachten Zusage dahin gebaut haben?"
Drei Jahre wird es wohl noch dauern, bis die Kita Im Freschfeld Trier-Filsch steht.
Ralf Frühauf, Pressesprecher der Stadt, erklärt: Für eine neue "Haushaltsunterlage-Bau", mit der Haushaltsmittel beantragt werden, bräuchten die Architekten sechs bis acht Wochen. Außerdem müsse ein neuer Baubeschluss gefasst werden. Objektiv sei ein Baubeginn vor dem Spätsommer 2016 nicht möglich. Realistisch sei, dass die Kita zwei Jahre später - also 2018 - stehe.