Glaube im Alltag : Alarm, Alarm – ohne uns?

Bundesweit sollte es Alarm geben am Donnerstag; auf allen Kanälen und mit allen Sirenen … Bundesweit? Eine kleine Region tief im Westen jedenfalls, an den Stränden von Mosel und Saar wäre schon von sich aus still geblieben: Alarm im Radio und online und per App: ja.

Aber Sirenen? Leider abgeschaltet oder noch in Überarbeitung; ausgerechnet in der Nähe des Uralt-Atomkraftwerks Cattenom. Für Notsituationen, heißt es, gibt es ja die Nina-App und das Internet und das Radio.

Das ist ein bisschen kurz gedacht – schon weil es viele Menschen vom Alarm ausschließt. Wer das Radio nur einschaltet, um was Bestimmtes zu hören, also eher selten; wer nur ganz gezielt im Internet was sucht und sonst offline ist – oder wer auf Apps am Telefon lieber verzichtet: Die bleiben alle erschreckend ruhig. Eine Gesellschaft, die wirklich alle einbeziehen will – im Alltag und besonders im Notfall, muss auch alle erreichen können.

Nun war der Bundeswarntag ja eher ein Schlag ins Wasser. Gerade die digitalen neuen Medien haben versagt. Peinliche Panne – aber am Ende doch mit Lerneffekt. In Bund und Land müssen wirklich noch viele Abläufe verbessert werden. Und im Trierer Land sollten doch auch wieder die Sirenen aktiviert werden – wenigstens die haben fast überall sonst geheult. Alarm, Alarm …

Und darüber hinaus: Sowieso sollten alle wieder achtsamer sein mit sich selbst und mit der Welt und mit dem, was da draußen passiert. Auch mit der Nachbarin und dem Nachbarn ein wenig vertrauter umgehen, freundlicher als bisher, Nähe suchen bei aller gebotenen Distanz zu den Nächsten nebenan. Und sie wecken oder aufmerksam machen oder gar an die Hand nehmen, wenn’s wirklich mal kritisch werden sollte. Achtsamkeit ist ja ein neues Wort für das, was in der Bibel Nächstenliebe heißt.

Wäre doch gut, wenn die stummen Sirenen am Donnerstag ganz Trier daran erinnert hätten. Dann wäre es mehr gewesen als nur ein verpatzter Probe-Alarm.