Der Griff zum Schnäppchen

Sie lauert in Baumärkten und Einkaufzentren in Kassen- und Eingangsnähe: die supergünstige Schnäppchenware. Meist ein buntes Sammelsurium von Gebrauchsgegenständen oder Substanzen, die bei diesen Mini-Preisen einfach mitgenommen werden müssen.

Wie neulich die Reflektor-Birnen zu 1,16 Euro im Dreierpack. Normal kostet eine davon deutlich über zwei Euro. Also nichts wie zugegriffen. Die erste hielt eine Woche, dann "Pling!" und aus. Die Nummer zwo hielt etwas länger durch, dann "Ploff!!" und aus. Die Nummer drei sagte nach vier Tagen plötzlich "brsssssss". Dann ein letztes Flackern, und aus. Hatte sich doch gelohnt?Oder der supergünstige Pflanzendraht. Normal kostet die Rolle um die drei Euro und lässt sich bis zum Ende sauber abspulen. Diese Rolle kostete aber nur 55 Cent. Als ich dann zu Hause die billige Papp-Verpackung öffnete, sprang mir der ganze aufgespulte Inhalt wie ein Kastenteufel entgegen. Ich entsorgte das grüne Gewirr zu 55 Cent in den Gelben Sack. Da erhält die Bezeichnung "Wertstofftrennung" gleich einen ganz anderen Klang. Dann war da die einmalig günstige Tube mit brauner Schuhcreme. Als die noch recht jungen Schuhe nach dreimaligen Putzen damit Auflösungserscheinungen zeigten, brachte ich sie zum Schuster. "Haben Sie versucht, die mit Salzsäure zu reinigen", fragte der mich mit einem Anflug von Zynismus. In Zukunft will ich von diesen Billigangeboten die Finger lassen. Könnte noch mehr Beispiele bringen. Wie von dem Schraubendreher, der zwar nicht die Schraube drehte, aber sich selbst im Griff. Und der Billig-Schleifer, mit dem wir in Minuten-Schnelle unser bestes Küchenmesser ruinierten. Man sollte sie alle verklagen. Aber leider steht ja kein Hersteller auf der Billigware. Die wissen, warum.