Der große Ansturm bleibt aus
Französisch kann so nah an Luxemburg, Frankreich und Belgien nur nützlich sein. Das jedenfalls dachte sich die Grund- und Hauptschule Trier-Zewen, die seit dem laufenden Schuljahr einen bilingualen Unterricht für Grundschüler in Französisch anbietet (der TV berichtete). Nun wirbt die Schule um Kinder aus der Region für das kommende Schuljahr.
Trier-Zewen. (alo) In der ersten Klasse der Grund- und Hauptschule Trier-Zewen herrscht normaler Unterricht. Die 19 Kinder singen, sagen Reime auf und beantworten Fragen. Und doch ist dieser Unterricht ein besonderer: Denn die Klasse hat zwei Lehrerinnen, und eine davon spricht ausschließlich Französisch. Für die Kinder ist das offensichtlich kein Problem.
Die Grund- und Hauptschule in Trier-Zewen ist die erste Schule in Trier, die bilingualen Unterricht für Grundschüler anbietet. Dabei erhalten die Kinder mehrmals in der Woche Französisch-Unterricht. Schon jetzt, nach wenigen Wochen, mache sich das bemerkbar, sagt Alexandra Born, die Französischlehrerin. "Die Kinder haben die Sprache schon in der allerersten Stunde toll aufgenommen. Sie haben mir alles gleich nachgeplappert und sich schon in der zweiten Woche auf Französisch begrüßt." Laut Born ist das die beste Art, eine andere Sprache zu lernen: "Genau so haben sie ja auch mit ihrer Muttersprache angefangen." Vokabeln und Grammatik sind zunächst nebensächlich, Lesen und Schreiben lernen die Kinder zuerst auf Deutsch.
So positiv die Zwischenbilanz auch ausfällt - in Trier scheint sich diese Möglichkeit des Unterrichts noch nicht herumgesprochen zu haben. Die Anmeldungen für das kommende Schuljahr laufen nur schleppend. Zwei Schulklassen muss die Schule pro Jahrgang füllen: eine mit bilingualem Unterricht, die andere auf Deutsch. Daher werden für die kommende erste Klasse neue Schüler und interessierte Eltern gesucht. "In diesem speziellen Fall sind die Schulbezirke aufgehoben", sagt Konrektor Thomas Rendenbach. "Die Kinder müssen also nicht in Trier-Zewen leben, sondern können aus dem ganzen Umland kommen."
Besondere Voraussetzungen gibt es zwar nicht, doch Klassenlehrerin Silke Scheuer räumt ein, "dass es eher leistungsstärkere Schüler sein sollten".
Es gibt eine Art Sicherheitsnetz: Abgesehen vom Französischen werden die beiden ersten Klassen parallel unterrichtet, so dass ein späteres Umsteigen von der bilingualen zur normalen Klasse kein Problem darstellt.
Die Eltern können ihre Kinder noch im gesamten laufenden Schuljahr für die kommende bilinguale erste Klasse anmelden. Die Schule veranstaltet zu diesem Thema am 28. Oktober, 19.30 Uhr, einen Eltern- und Informationsabend in der Grund- und Hauptschule Trier-Zewen.