Der große Test fürs Fest

TRIER. Angenehm kühl ist es im Schleimerschen Weinkeller, Kerzen brennen an den alten Steinwänden. Fünfzig Weine warten hier auf ihre Beurteilung, vierzig Genießer sind bereit zur verdeckten Weinprobe.

"Wieso wir das hier abhalten? Na, damit die Weinkönigin und die Weinprinzessin mal ihren Protektor kennenlernen", sagt Werner Trierweiler, Geschäftsführer der Vereinigung Olewiger Winzer. "Die Geselligkeit steht im Vordergrund", betont auch Peter Terges, der Vorsitzende der Vereinigung, in seiner Ansprache. Die Weinprobe dient aber auch der Standortbestimmung: "Die Konsumenten werden immer kritischer heute. Qualität und Preis-Leistungsverhältnis müssen stimmen. Die Probe heute ist ein Querschnitt, die erfolgreichsten Weine werden wir auf den beiden Stadtfesten präsentieren." Er bedankt sich für die hervorragende Unterstützung durch den diesjährigen Protektor, SWT-Vorstand Olaf Hornfeck, der später strahlend mit Weinkönigin Tanja I. und Prinzessin Manuela anstößt. Deutschherrenberg, Burgberg, Jesuitenwingert heißen einige der hiesigen Lagen; welcher Wein nun bevorzugt wird, ist nicht zuletzt Geschmackssache. "Das liegt auch an der Positionierung", meint Peter Schleimer. "Welcher Wein schmeckt den meisten? Wenn ein Wein fünf Jahre alt ist, hat er das Recht, nicht mehr so gut zu sein", erläutert er. Dennoch verlangen viele Kunden gerne einen "reiferen Wein". "Man denkt ja, man wäre der beste Winzer", meint Georg Fritz von Nell trocken. "Dabei ist hier Betrieb neben Betrieb, Lage neben Lage. Was hat der eine Wein besonderes, was hat der andere? Man findet immer wieder Nuancen, lage- und wetterbedingt." Die fünfzig verkosteten Weine reichen systematisch von trocken bis süß und enden beim Eiswein. "Ich trinke sie gerne mit weniger Säure", meint Hilde von Nell. Sie bevorzugt Burgunder - neben dem Riesling natürlich. Stefanie Weinberger macht eifrig Kreuzchen auf ihrem Notizblatt. "Je mehr, desto besser", meint sie. "Ein Kreis bedeutet: naja..." Einige Weine hat sie bereits mit zwei Kreuzen versehen. "Mein Uropa war Faß- und Weinküfer, dem gehörte die ‚Höll'", erläutert die junge Frau. Trinken dürfen die Weinkenner den edlen Rebensaft größtenteils nicht: Viele spucken ihren Schluck fein-säuberlich in einen der aufgestellten Krüge. Zu kurz kommen sie an diesem Abend jedoch nicht: Neben dem geselligen Miteinander - auch die Dezernenten Georg Bernarding und Ulrich Holkenbrink sind anwesend - erwartet sie eine köstliche Mahlzeit.

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