Der Heimweg als Randale-Schneise

Der Heimweg als Randale-Schneise

TRIER-HEILIGKREUZ/OLEWIG. Den Weinfesten in Olewig sehen die Mitglieder des Kleingärtnervereins Trier-Ost alle Jahre wieder mit Grausen entgegen. Nicht, weil sie Feiermuffel wären, sondern weil sie unter unangenehmen "Nebenwirkungen" zu leiden haben. Auch diesmal bestätigten sich die Befürchtungen.

"Trier-Ost" gilt als ein Schmuckstück unter den städtischen Kleingartenanlagen. Die 155 Mitglieder geben sich viel Mühe mit der Gestaltung. Schließlich reihen sich die meisten der Gärten entlang des sehr beliebten Spaziergänger-, Jogger- und Radweges durchs Altbachtal unterhalb des Herrenbrünnchens. Diese exponierte Lage wird der Kleingartenanlage aber schon fast traditionsgemäß und mit unschöner Regelmäßigkeit zum Verhängnis. Am vergangenen Samstag bot sich genau das Bild, das der Vereinsvorsitzende Willi Eichhorn (62) befürchtet hatte: "Da waren hölzerne Gartentörchen eingetreten, und in den Beeten und Hecken wimmelte es von leeren Flaschen und Gläsern, viele davon kaputt." Nach den folgenden Nächten ein ähnlicher Anblick - "aber nicht mehr so schlimm wie am Samstag". Verursacher: unbekannt. Doch die Kleingärtner sehen einen direkten Zusammenhang mit dem Weinfest in Olewig. "Das sind betrunkene Festbesucher, die nachts auf dem Heimweg ihr Mütchen kühlen", meint Eichhorn, betont aber auch, dass seine Vereinskollegen und er "rein gar nichts gegen fröhliches Feiern und Wein- oder Biergenuss haben. Aber warum muss bei uns immer eine Schneise der Verwüstung zurück bleiben?" Peter Terges (53), Chef der Olewiger Winzer, die Triers Weinfest veranstalten, kennt das Problem: "Klar, es gibt Leute, vor allem junge, die gerne über die Stränge schlagen. Und meist sind das solche, die sich mit selbst mitgebrachtem Alkohol aus dem Supermarkt beim Fest gezielt voll laufen lassen. Manche reißen dann aus unseren Vorgärten die Blumen heraus oder hinterlassen ein Scherbenmeer." Die Kleingärtner haben in den vergangenen Tagen das getan, was sie alle Jahre wieder tun: aufgeräumt, Schäden behoben - und die Polizei informiert. Viel Hoffnung, dass die Anzeige etwas bewirkt, hat Eichhorn nicht. Dafür graust es ihm vor Anfang August 2007: "Dann ist wieder Weinfest in Olewig. Und ich gebe ihnen Brief und Siegel, dass es hinterher bei uns wieder so aussieht wie am vergangenen Wochenende."

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