Der Kampf um die Unabhängigkeit

Ein Rückblick auf das Polit-Jahr 2007 stellt auch die UBM in den Mittelpunkt. Ihre Rolle als Mehrheits-Macher, die Suche nach einer neuen Leitfigur und die oft angezweifelte - und von Manfred Maximini erbittert verteidigte - Unabhängigkeit von der CDU sorgen für eine wachsende Spannung im Vorfeld der Kommunalwahl 2009.

Trier. Welches Bild hat die UBM von sich selbst? Manfred Maximini findet, wie immer, deutliche Worte. "Seit unserer Gründung wird von verschiedenen Seiten eine Diffamierungskampagne gegen die UBM gestartet", wetterte er in der UBM-Wochen-Kolumne. "Mit solchen unberechtigten Vorwürfen müssen wir leben." Und vor allem: "Die Sorge um die fehlende Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der UBM ist völlig unbegründet." Die Freien Wähler sehen sich von Feinden umgeben. Der TV analysierte die Basis dieses Eindrucks im Gespräch mit Hermann Kleber. Der Professor für Romanistik hatte im April 2005 den Vorsitz der UBM übernommen und ist in der Diskussion um die Nachfolge von Manfred Maximini, der 2009 als Fraktions-Chef im Stadtrat zurücktreten will, wohl Herausforderer Nummer eins."Wir wollen uns nicht bereits jetzt in den Wahlkampf für 2009 stürzen, und wir wollen Polemik vermeiden", sagt Kleber. Die politischen Mitbewerber, das lässt Kleber zwischen den Zeilen lesen, hätten keine derartigen Skrupel. "Die von der SPD präsentierte Idee, das Amt für Gebäudewirtschaft in einen Eigenbetrieb umzuwandeln, hatten wir schon lange", betont der Hochschul-Lehrer. "Wir haben uns allerdings dafür entschieden, auf die Einführung der Doppik zu warten, um dieses Thema auch konstruktiv diskutieren zu können."Die Arbeit im Stadtrat sei generell schwierig. "Die Bindung an die Parteienstruktur auf Landes- und Bundesebene ist bei CDU und SPD deutlich zu sehen", kritisiert Kleber. "Wir tun uns eben schwer damit, die auf diese Weise gesetzten Problemvorgaben alle aufzunehmen." Die UBM verfolge ihre Ziele lieber "genau auf Trier konzentriert" und "keineswegs kurzatmig, sondern mittel- und langfristig". Aber schließlich wird auch die UBM mit dem Wahlkampf beginnen müssen - nur wann und unter wessen Führung? Frage eins beantwortet Kleber direkt: "Nach den Sommerferien geht es los." Frage Nummer zwei bleibt ein Problem, über das Hermann Kleber nicht reden will und es bei genauer Betrachtung auch nicht kann. Den enormen Zeit- und Energieaufwand, den Manfred Maximini ist die Rolle des UBM-Frontmanns investiert hat, wird der beruflich ausgelastete Professor nicht bringen können. Nicht anders geht es den beiden nächsten in der UBM-Rangliste. Karl Lübeck ist Unternehmer, Christiane Probst ist ebenfalls beruflich voll gefordert. Dennoch wird die Entscheidung vor dem Start des Wahlkampfs fallen müssen. Meinung Damit muss die UBM leben Manfred Maximini schlägt nach allen Seiten um sich und provoziert gerade dadurch die Kritik, von der er nichts wissen will. Die UBM hatte schon immer die Einstellung erkennen lassen, sie sei der Humus aller fruchtbaren politischen Gedanken in Trier. Doch mit den Zweifeln an ihrer Unabhängigkeit wird der Verein leben müssen - zumindest solange er sich in wichtigen Schlüssel-Entscheidungen wie der Wahl der Baudezernentin und der Entscheidung über die Beteiligung der Stadtwerke am Kohlekraftwerk in Hamm geschlossen auf die Seite der CDU stellt. j.pistorius@volksfreund.de