1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Der Köwericher Weinfrühling ist in Tirol wie in der Wachau ein Begriff

Fest : Beliebter Weinpaziergang und ausgebuchte Probe

Der Köwericher Weinfrühling ist in Tirol wie in der Wachau an der Donau  ein Begriff – dank mutiger „jung gebliebener“ Winzer und einer engagierten Dorfgemeinschaft.

  An den Ständen am Jugendheim drängen sich etwa 80 Besucher, ähnlich viele wie bei der Premiere 2018. Urlauber wie Einheimische freuen sich auf den Weinspaziergang mit Kultur- und Weinbotschafterin Vanessa Brockmüller. Einstimmend auf den Köwericher Weinfrühling werden unterwegs drei Weine eingeschenkt, gesponsert von Jungwinzern, den „Junggebliebenen“, wie sie sich inzwischen nennen. Weinkönigin Marie und ihre Weinprinzessinnen Carolin und Lisa stellen die Weine vor, während Brockmüller Wissenswertes über das Dorf erzählt. Selbst Ortsbürgermeister Elmar Schlöder bringt immer etwas für ihn Neues mit von den auch monatlich angebotenen Spaziergängen.

Dieses Mal ging es um die Köwericher Fähre, die heute bei Beilstein übersetzende Pont, und die 65-jährige Ära der Moselbahn. Laut Brockmüller fuhren zwei Millionen Passagiere jährlich mit, und die Pont finanzierte das Dorf mit verkauften „Stückelchen“ Land, wie sie von Älteren weiß. In einem Weingut in der Beethovenstraße, mit Blick auf „irre Steillagen“ der Köwericher Laurentiuslay, testeten Spaziergänger bei Obst und Wein ihre Sinne. Tags darauf gab es einen weiteren Höhepunkt beim Weinfrühling: die Vergleichsweinprobe „Mosel trifft Wachau“.

Schlöder ist stolz, dass sich die Winzer im 400-Einwohner-Ort mit einem Anbaugebiet messen. 2018 war Südtirol zu Gast, 2017 der Rheingau und 2016 Franken. Damals startete Köwerich mit dem Weinfrühling und krönte die erste Ortsweinkönigin überhaupt. Marie, die Dritte, ist die erste, die ihr Amt zwei Jahre ausübt. Die Weinprobe, moderiert von Moselweinkönigin Laura Gerhardt und einem Sommelier der Domäne Wachau, war mit 300 Teilnehmern und an die 500 Gästen ausverkauft. 150 Helfer, die das Fest stemmten, zeigten, „dass das Dorf lebt“, lobte Schlöder die funktionierende Gemeinschaft und „tolle Dynamik“.

Festausschuss-Vorsitzender Werner Lentes dankte ausdrücklich den Helfern von außerhalb, Urlaubern, Nachbarn und „ehemaligen“ Köwerichern. Alle seien froh, dass es nach 20 Jahren Pause wieder ein Fest im Dorf gebe. Das Konzept sei mit der an ihn gerichteten Bitte, eines zu organisieren, „aus einer Weinlaune“ entstanden. Als Zugezogener, der andernorts „immer vorne mit dabei war“, brachte Werner Lentes  Erfahrung mit. Nachdem sich unerwartet schnell eine Weinkönigin gefunden hatte, klappte es. Laut Lentes aber nur, weil „alle an einem Strang zogen“. Die Weinprobe organisiert – laut Schlöder „super professionell“ – Karl-Heinz Winnebeck, Ortschef des Bauern- und Winzerverbandes. Ihm ist wichtig, dass sie nicht testeten, welcher Wein der bessere sei, sondern welcher „für welches Gebiet charakteristisch“ sei. Dafür werde dann etwa ein Rivaner von der Mosel mit einem der Wachau verglichen.