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Der Kommentar von Jörg Pistorius zur Schließung des Altstadthotels in Trier.

Tourismus : Eine Steuer mit vielen Schwächen

Die Bettensteuer soll der Stadt Trier 700 000 Euro pro Jahr bringen, sagen die Befürworter in Politik und Wirtschaft. Eine Summe, mit der Rat und Verwaltung machen können, was sie wollen. Sie ist nicht an den Tourismus oder das Stadtbild gebunden. Das ist ein klarer Schwachpunkt der neuen Steuer, und bei weitem nicht der einzige.

Jeder Übernachtungsbetrieb muss seine Gäste fragen, ob sie beruflich oder privat in der Stadt sind. Wer auf Dienstreise ist und deshalb von der Bettensteuer befreit wird, muss den beruflichen Hintergrund seiner Übernachtung belegen, denn die bloße Behauptung wird wohl nicht reichen. All das ist eine hohe Zusatzbelastung für Hotellerie und Gastronomie. Der Kunde ärgert sich, weil er für etwas zahlen soll, das ihm selbst und möglicherweise auch dem Tourismus in Trier keinerlei Vorteil bringt.

Stadtrat und Verwaltung sind der Ansicht, diese Verärgerung könne man den Hoteliers und ihren Gästen zumuten. Die zusätzlichen Einnahmen heiligen die Mittel. Eine Fehleinschätzung, die sich böse rächen kann.

j.pistorius@volksfreund.de