Der Kulturhafen Zurlauben in Trier ist eröffnet.

Kultur : Der Spätsommer lockt an die Mosel zum Kulturhafen Zurlauben

Der Kulturhafen Zurlauben ist eröffnet. Bis zum 15. September gibt es ein Programm, das kaum einen Wunsch offenlässt.

Am Moselufer tut sich derzeit jede Menge. Unkenrufe, dass in Trier immer alles ein paar Jahrzehnte länger dauert, mögen wohl manchmal nicht ganz unrecht haben, aber wenn es dann so weit ist, freut man sich umso mehr. Die über Jahrzehnte mehr und mehr verfallende Mosellaube nahe der Kaiser-Wilhelm-Brücke ist nun schon länger Geschichte ... Die gewohnten Brennnesselplantagen am Moselufer bis zum Ratio sind verschwunden. Auch die Schlittenabhänge beim Nordbad – das kann man verschmerzen.

Dafür rückt Trier tatsächlich mehr und mehr an die Mosel heran, wird zur Stadt am Fluss, für die sich schon der frühere Oberbürgermeister Klaus Jensen starkgemacht hat. „Ohne die Mosel hätte es auch gar kein Trier gegeben“, weiß sein Nachfolger Wolfram Leibe. Seine Ansprache zur Eröffnung des Zurlaubener Kulturhafens gerät dann auch kurz und umso begeisterter. „Im Augenblick sind wir sehr erfolgreich dabei, den Menschen den Weg an die Mosel zu öffnen“, freut er sich.

Christian Bösen, früherer Ortsvorsteher von Trier-Nord, hätte da noch eine Idee: „Warum nicht ein E-Mobil, das zwischen Porta und Zurlauben pendelt?“ Und auch er ist begeistert: „Was jetzt hier unten entsteht, lässt sich ausbauen.“ Auch Wolfgang Esser, der sich nach seinem Ausscheiden als Geschäftsführer der Messe- und Veranstaltungsgesellschaft mbH (MVG) kurzfristig entschlossen hat, die Zurlauben-Veranstaltungen für die TTM (Tourismus- und Marketing GmbH) zu koordinieren, blickt schon in die Zukunft. „Wir hatten noch viele weitere Anfragen von Gruppen, die wir jetzt leider nicht berücksichtigen konnten“, bedauert er. „Aber nächstes Jahr gibt es vielleicht ganz andere Träger und andere Möglichkeiten.“

Musiker aus dem Jugendjazzorchester des Landes Rheinland-Pfalz weihen als „Phoenix-Foundation“ die Zurlaubener Bühne ein. Die brütende Augustsonne verschwindet hinter den roten Bergen, als sie ihren Part mit den Soulklängen von „Mercy, Mercy, Mercy“ beenden. Rockiger wird es mit der Blues- und Funkymusik von Roomservice Rock. Viele der rund 250 Besucher klatschen mit, ein Pärchen tanzt unweit der Bühne zu „Ain‘t no Sunshine when she‘s gone“.

„Ein wunderschöner Einstieg mit Blick auf die Mosel“, freut sich auch Kulturdezernent Thomas Schmitt und erklärt: „Wir wollten einen Rundumblick auf die Kultur in Trier bieten – und das kostenlos.“

Paulina Schneider aus Trier ist mit der ganzen Familie gekommen. „Die Kulisse hier ist wunderschön – wir kommen bestimmt noch einmal wieder“, sagt sie. „Eine echt schöne Sache, dass die Stadt das gemacht hat!“

Elfriede Cuyle aus Köln verbringt gerade ein paar Tage in Trier und bekam das Programm in die Hand gedrückt. „Das ist ja ideal hier, fast mitten in der Stadt“, schwärmt sie. „Und so was am Wochenende – besser geht’s ja nicht!“

Am Sonntagmorgen gehört die Bühne dem Theater Trier, das spannende Einblicke in seine kommende Opernaufführung von „La Bohème“ gewährt. Trotz gelegentlichen Nieselregens sind die Stufen und Stühle vor der Bühne voll. Begeistert werden die Sänger für ihre wunderschönen Arien und Duette von Puccini beklatscht. Noch zwei Wochen lang wird im Kulturhafen Zurlauben ein Programmhighlight das nächste jagen. Fazit: Ein großartiges Geschenk der Stadt an ihre Bürger und Besucher.

Info unter www.trier-info.de/kulturhafen

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