Der Kunde ist künftig König

Der Kunde ist künftig König

Das Erdgeschoss der Kreisverwaltung an der Trierer Mustorstraße wird kundenfreundlich umgebaut. Der Eingangsbereich aus den fünfziger Jahren, der den Charme einer Kaserne versprüht, soll offen und serviceorientiert gestaltet werden.

Trier. (alf) 1957, als das Haupthaus der Kreisverwaltung gebaut wurde, galten Bürger bei Behörden eher noch als Bittsteller. Wenn sie sich denn mühsam bis zum zuständigen Sachbearbeiter durchgefragt hatten, war meist längeres Warten angesagt. Kein Wunder, dass Behördengänge als lästige Pflichtübung angesehen wurden - und bis heute werden.

Dieses von Anonymität geprägte Verhältnis von Kunde und Behörde spiegelte sich auch in der Architektur wider. Ihr begegnet man auch im Eingangsbereich des Kreishauses: viel Flurfläche, ein Treppenhaus und eine Glaswand, die die Pforte abschottet. Mit der Dame an der Auskunft kann der Besucher nur übers Mikrofon kommunizieren.

Diese Zustände sollen jedoch bald der Vergangenheit angehören: Das Erdgeschoss der Kreisverwaltung wird zurzeit zu einem kundenfreundlichen Dienstleistungsbereich umgebaut. Herzstück ist ein offen zugängliches Bürgerbüro. Wie Daniela Philipp von der kreiseigenen Bauabteilung und der Amtsleiter "Organisation", Werner Jakoby, berichten, sollen publikumsrelevante Dienstleistungen eingangsnah untergebracht werden. Dazu zählen die Ausländerbehörde und die Führerscheinstelle. Im neu möblierten Bürgerbüro sollen Kunden schnell und unproblematisch zum Zuge kommen. Ob es um kurzfristig zu erledigende Anträge geht, um Angelegenheiten der Kreiskasse, Anmeldungen für Veranstaltungen oder den Verkauf von Jahrbüchern und Eintrittskarten: durchgehend von 7 bis 17.30 Uhr soll der "Service auf Augenhöhe" angeboten werden. Während der Bauphase muss zwangsläufig improvisiert werden; so ist etwa die Kreiskasse im Sitzungssaal untergebracht; die Kreisgremien tagen außer Haus.

In einem späteren Schritt sollen die beiden Fahrstühle behindertengerecht ausgebaut und ein Behinderten-WC sowie eine Duschmöglichkeit für Mitarbeiter angebaut werden.

In Sachen Behördenservice könnte das Jahr 2010 einen weiteren Fortschritt bringen: Kreis und Stadt Trier sind Pilot-Kommunen für die bundesweite Service-Nummer 115. Ziel sei es, erläutert Werner Jakoby, dass 80 Prozent aller Behördentätigkeiten über diesen Zentralruf abgewickelt werden.