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Der lange Weg zum eigenen Haus

Der lange Weg zum eigenen Haus

Silke Schares ist angenehm überrascht. Gleich vier TV-Leser haben sich auf den Mitte März erschienenen Artikel über ihre Suche nach einem Haus gemeldet. Der TV hat nachgehört, was daraus geworden ist.

Trier. Ein großzügiges Einfamilienhaus mit riesigem Garten in Trier-Heiligkreuz - ein Paradies für ihre beiden Kinder. Dessen ist sich Silke Schares bewusst, als sie die Immobilie im Internet anschaut. Allerdings: Das Haus besitzt keine Werkstatt, und parterre wohnt eine ältere Frau, die Mietwohnrecht besitzt - nicht optimal für Familie Schares-Kubenka. Denn Industriedesigner Yves-Alain Kubenka benötigt eine Werkstatt, in der der 32-Jährige Möbel und Einrichtungsgegenstände aus der Bauhaus-Zeit aufbereiten kann. Unmöglich in einem reinen Wohngebiet. Doch als Schares' Blick auf den Kaufpreis fällt, sind alle Gedanken, wie Werkstatt und Haus zu vereinbaren wären, hinfällig. "Schätzpreis 330 000 Euro" steht unter dem Schmuckstück. "Nicht finanzierbar für uns", weiß Schares.

Auch ein Haus auf der Weismark wird Familie Schares-Kubenka angeboten. Es hat eine kleine Werkstatt, dazu gehört ein erschlossenes Baugrundstück. Schares hat einen Besichtigungstermin vereinbart - und wieder abgesagt, "weil wir uns das nicht leisten können". Das dritte Haus im Angebot steht in Olewig, ist aus den 60er Jahren. 220 000 bis 230 000 Euro soll es kosten, ist jedoch renovierungsbedürftig.

Dies könnten sie und ihr Partner nicht selbst leisten, sagt Schares. Und Baufirmen zu beauftragen, würde den Kreditrahmen sprengen. Der liege - so die Bank bei einem Vorgespräch - bei rund 200 000 Euro. "Vielleicht waren wir etwas naiv, als wir überlegt haben, ein Haus zu kaufen", gibt die 34-Jährige zu. Nun denkt sie darüber nach, ob sie nicht doch mieten sollen. Aber die einzige Wohnung, die derzeit infrage komme, habe weder Balkon noch Terrasse. Und sich ab und zu ins Freie setzen zu können, würde Schares ihrer Familie gerne gönnen.

Dann doch lieber ins eigene Haus nach Konz-Karthaus ziehen. Denn auch von dort kam ein Angebot. "Das wäre das Ideale", meint Schares - abgesehen davon, dass es nicht in der Trierer Innenstadt liege. "Aber es ist nicht weiter entfernt als etwa Tarforst, knapp sieben Kilometer." Das Jugendstilhaus besticht durch 120 Quadratmeter Wohnfläche, einer vermieteten Dachgeschosswohnung, einem kleinen Hof und einer 140-Quadratmeter-Werkstatt. Optimal, weil ihr Partner dann einen Ausstellungsraum einrichten könnte, sagt Schares. 205 000 Euro soll das Anwesen kosten. Silke Schares ist skeptisch: "Wenn da mal nicht ein Hinkefuß dabei ist, etwas an der Bausubstanz!" Doch sie fügt hinzu: "Der Verkäufer wirkte absolut seriös." Falls das Haus infrage kommt, will sie einen befreundeten Architekten hinzuziehen.

Teure Mieten, hohe Kaufpreise, große Nachfrage: Die Wohnungs- oder Haussuche in Trier ist ein schwieriges Unterfangen. In unserer Serie "4 Zimmer, Küche, Bad" begleiten wir eine Familie bei der Suche nach den eigenen vier Wänden in und um Trier.