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Der lange Weg zum Traum von Rom

Der lange Weg zum Traum von Rom

Mehr als zwei Jahre sind ins Land gegangen, bis die aktuelle Ausstellung des Rheinischen Landesmuseums in Trier, "Ein Traum von Rom", fertig konzipiert und organisiert war. Von diesem Weg erzählten Experten nun bei einem Gespräch vor Ort.

Trier. Plastiken, Wandmalereien, Mosaike, Inschriften, Gebrauchsgegenstände des Alltags und Modelle: In der Ausstellung "Ein Traum von Rom" im Landesmuseum sind zum Teil Objekte zu sehen, die noch nie einem breiten Publikum zugänglich waren (der TV berichtete). Auf 700 Quadratmetern bietet die Schau einen Einblick in die römische Stadtkultur des Südwestens. Die Macher der Ausstellung und mehr als 50 Mitarbeiter - darunter Restauratoren, Grafiker, Architekten, Schreiner, Lichttechniker und Modellbauer - schaffen es, den Besucher in eine andere, vergangene Zeit zu versetzen. Wie genau das gelang, erzählten einige von ihnen jetzt bei einer Veranstaltung im Rahmenprogramm der Schau.
Es sei ein enormer Aufwand, mehr als 300 Objekte zu sichten, auszuwählen und thematisch zuzuordnen, sagte die Trierer Projektleiterin Sabine Faust. "Äußerst hilfreich ist die Datenbank, die wir zur Konstantin-Ausstellung 2007 aufgebaut haben."
Die Ausstellung ist aufgeteilt in elf themenbezogene Säle. Georg Breitner und Lothar Schwinden, für die Ausstellungskonzeption zuständig, vermittelten anschaulich, nach welchen Kriterien sie die Unterteilung umsetzten.
Nichtsichtbares sichtbar machen - dieser Aufgabe stellten sich im Vorfeld der Trierer Ausstellung Professor Claus Dießenbacher von der Hochschule Anhalt Dessau und sein Bruder Frank Dießenbacher von der Hochschule Rhein-Waal. Zusammen mit Studenten entwickelten sie "Naexus Virtual Space Scope", eine begehbare 3D-Animation. In diesem Cyber-Raum kann man eintauchen in das bunte Leben römischer Städte. "Viele der Exponate schlummern aus Platzgründen seit vielen Jahren im Archiv", sagte Marcus Reuter, Direktor des Landesmuseums. "Diese Ausstellung ist eine großartige Chance zu entdecken, welche Schätze in Trier zu Hause sind." Dass diese Botschaft bereits angekommen ist, beweisen 13 000 Besucher allein im April und die Tatsache, dass der Ausstellungskatalog demnächst in die zweite Auflage geht. Reuter hob die Kooperation mit dem Landesmuseum Württemberg in Stuttgart hervor. Ohne sie wäre die Ausstellung so nicht möglich gewesen. Nina Willburger, Projektleiterin aus Stuttgart, hatte ihre Fühler schon 2010 in Richtung Trier ausgestreckt und ein Projekt "Römische Stadt" ins Visier genommen. "Wo anders als in Trier, der größten römischen Metropole nördlich der Alpen?!" Für die Leihgaben nach Trier wurde ein ganzer Bereich im Stuttgarter Museum "geplündert" und für die Öffentlichkeit bis auf weiteres gesperrt. "Das war es uns aber ohne jedes Zögern wert." Im Oktober kehren die Exponate nach Stuttgart zurück, und bis April 2015 sind dort dann auch die Trierer Kostbarkeiten zu sehen.