Der Maler, der in keine Schublade passt

Der Maler, der in keine Schublade passt

Vorbilder hatte er viele, Stilepochen durchlebte er noch mehr. Kopiert hat der 1985 verstobene Trierer Künstler Peter Krisam weder noch. Sein Sohn Hanno Krisam hat dem Stadtmuseum Simeonstift nun 83 Werke aus dem Nachlass übergeben. In einem Vortrag berichtete er vor rund 50 Gästen über das Leben seines Vaters.

Trier. Seine Werkzeuge waren Touchefeder, Blei- und Filzstift. In Trier ist der gebürtige Klüsserather Peter Krisam (1901 bis 1985) vor allem als Maler der alten Stadt bekannt. 29 Jahre nach seinem Tod hat Hanno Krisam dem Stadtmuseum Simeonstift nun 83 Werke aus dem Nachlass seines Vaters geschenkt. "Das ist eine enorme Bereicherung für uns", sagt Museumschefin Elisabeth Dühr.
In einem einstündigen Vortrag nutzte Hanno Krisam die Gelegenheit, vor 50 Gästen, aus dem Leben seines Vaters zu berichten.
Ausstellung 2015


"Als Künstler war er streng und geradlinig, als Mensch offen und tolerant", charakterisiert Hanno Krisam seinen Vater. Unnötige Schnörkel und Verzierungen seien dem Künstler fremd gewesen. "Er konzentrierte sich immer auf das Wesentliche."
Besonders am Herzen lagen Krisam die Gemälde, die 1945 während seiner Zeit in amerikanischer Kriegsgefangenschaft entstanden sind. In der Champagne inhaftiert, entwickelte Krisam eine Vorliebe für Clowns. Nachdenklich blickende, von Melancholie erfüllte Gestalten, die keinen Platz für Frohsinn bieten. "Mein Vater hat sich von diesen Werken nie trennen wollen", erinnert sich Hanno Krisam. Nur eines habe er dann doch weggegeben: "Er tauschte es gegen ein Klavier."
Bis die Werke Krisams der Öffentlichkeit präsentiert werden, kann es noch etwas dauern. 2015 werde die nächste Reihe "gesehen und gesichtet" im Stadtmuseum Simeonstift präsentiert, erklärt Dühr: "Ich denke, dass wir Peter Krisam darin etwas mehr Platz einräumen."