Der Mann lässt die Puppen tanzen

Der Mann lässt die Puppen tanzen

Zauberer, König, Aladin: Auf der Bühne seines Marionettentheaters Zwirnzupfer erweckt Helmut Rach seit 25 Jahren Märchengestalten zum Leben. Puppen und Kulissen baut der 50-Jährige selbst. Für die Jubiläumsvorstellungen im Mergener Hof in Trier hat er sogar ein eigenes Stück geschrieben.

Trier. Eine ehemalige Kneipe im Haus seiner Eltern ist das Reich von Helmut Rach. Dort hat er sich seine Werkstatt eingerichtet, dort dreht sich alles um seine Marionetten. 130 Puppen lagern in dem Raum, ordentlich verpackt in Plastiktüten. Erst für den großen Auftritt auf der von Rach selbst angefertigten Bühne verlassen sie ihre Verpackung und erwachen zum Leben.
Menschen ganz nah


Mit seinem Marionettentheater hat sich Rach einen Lebenstraum verwirklicht. "Mit der Augsburger Puppenkiste fing alles an", erzählt er. "Die habe ich als kleiner Knirps im Fernsehen gesehen, seitdem hat mich das Marionettentheater nicht mehr losgelassen.". 1988 trat Rach mit dem Marionettentheater Zwirnzupfer zum ersten Mal im Mergener Hof in Trier auf. Heute, 25 Jahre später, besteht die Kooperation noch immer: "Der Mergener Hof hat mich immer unterstützt und mir im wahrsten Sinne des Wortes Raum für meine Ideen gegeben."
Da versteht es sich von selbst, dass Rach in den Räumen am Rindertanzplatz auch seine Jubiläumsvorstellungen zeigt. Das große Finale ist am Sonntag, 24. Februar. Dann wird Rach ein selbst geschriebenes Stück aufführen. "Die vielen Fehler des General Schlüssel" erzählt von einem König, der den Generalschlüssel seines Schlosses irrtümlich für eine reale Person hält - den General Schlüssel.
In der Regel zeigt Rach aber klassische Stücke, die er für die Aufführung mit den Puppen neu bearbeitet. Die Stoffe sind ausnahmslos für Kinder gedacht.
Die Puppen und Kulissen seiner Stücke stellt der 50-Jährige in liebevoller Handarbeit her. "Bis auf die Kleidung und die Musik mache ich alles selbst", erzählt er. Nicht immer einfach, denn hauptberuflich ist Rach bei den Caritas-Werkstätten beschäftigt. Daneben spielt er regelmäßig in der Theatergruppe Satiricon mit. "Das befruchtet sich gegenseitig, die Schauspieler des Satiricons sprechen die Playbacks für meine Stücke ein." Texte und Musik des Marionettentheaters sind nicht live, damit unterscheidet sich Rach allerdings nicht von seinen Vorbildern: "Bei der Augsburger Puppenkiste kommt der Ton auch komplett vom Band", erläutert er.
Rach wird auch nach 25 Jahren noch nicht müde, er will auf jeden Fall noch für einige Zeit die Puppen tanzen lassen. Doch irgendwann werde er einen Nachfolger finden müssen, sagt er. Denn einfach aufgeben will er sein Theater nicht: "Es wäre schade, wenn es das Marionettentheater in Trier nicht mehr gäbe."
Extra

Auftritte des Marionettentheaters: Sonntag, 4. November: Aladin und die Wunderlampe. Sonntag, 2. Dezember: Rumpelstilzchen. Sonntag, 9. Dezember: Hänsel und Gretel. Sonntag, 16. Dezember: Ein Weihnachtsgesang in Prosa. Sonntag, 6. Januar: Der gestiefelte Kater. Sonntag, 3. Februar: Der verprinzte Zauberer. Sonntag, 24. Februar (Jubiläumsvorstellung): Die vielen Fehler des General Schlüssel. Alle Aufführungen im Mergener Hof, jeweils um 15 Uhr, Eintritt fünf Euro. Informationen unter Telefon 0651/978480. lbe