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Der Minister und die Bittsteller

Der Minister und die Bittsteller

Er hat (noch) keine Förderzusage für den Bau des Generationen- und Kommunikationszentrums in Schweich gegeben, weckte aber Hoffnung. Innenminister Karl Peter Bruch will das Projekt "positiv begleiten".

Schweich. Karl Peter Bruch kommt früher als erwartet. Sein Fahrer kam gut durch, es ist ja auch in den Ferien ruhiger auf den Straßen. Die Runde, die den Innenminister im Schweicher Rathaus erwartet, ist auch schon versammelt. Es sind die Bürgermeister Biwer und Rößler, einige Stadtratsmitglieder, Jugendpfleger Marmann und die Leitung der Realschule plus, Nisius und Feye. Ihre Mission: Den Minister von der Förderwürdigkeit des Generationen- und Kommunikationszentrums am Schulzentrum Schweich zu überzeugen.

Bruch, von seiner Parteifreundin, der SPD-Landtagsabgeordneten Ingeborg Sahler-Fesel nach Schweich gelotst, lässt sich Bericht erstatten. Planung, Raumkonzept, Kosten. Der Minister wirkt in sich gekehrt, ernster als sonst. Woher soll er die Fördermittel für Schweich nehmen, damit es kommendes Jahr mit dem 2,2 Millionen teuren Bürgerhaus-Projekt klappt? Die Struktur-Fördertöpfe sind leer, das Landeskontingent aus dem Investitionsstock für den Kreis Trier-Saarburg verplant. Allen ist klar: Man kann jetzt nicht die kompletten Fördermittel des Kreises auf Schweich umpolen. Dann würden die anderen Gemeinden in die Röhre gucken. Wenn, dann müsste ein Sonderkontingent her.

Bruch blickt auf das Modell, das vor ihm auf dem Tisch steht. Es ist der Entwurf der Freiburger Architekten Harter + Kanzler für den Neubau des Gymnasiums sowie die Mensa mit integriertem Schweicher Bürger- und Begegnungshaus. Das Siegermodell von 37 eingereichten Entwürfen.

"Wenn wir später bauen, wird's teurer." "Es ist ein schlüssiges Gesamtkonzept." "Die Lage ist für ein Bürgerhaus ideal." Sätze wie diese kennt der Minister von Bittstellern im ganzen Land. Er fragt, was der Kreis macht. Dezernent Christmann sagt, sein Chef, Landrat Schartz, sei von dem Entwurf überzeugt. Der Kreis werde wohl auch den Bau der Jugendräume unterstützen.

Dann geht der Minister zur Schule, macht sich selbst ein Bild. Die Gruppe steht - das Polizeigebäude im Rücken - vor dem Grüngürtel und den Parkplätzen, die beim Bau weichen müssten. Hier werden die tatsächlichen Ausmaße des Projekts deutlich: Fast schon in Höhe der Stefan-Andres-Halle soll der Komplex Begegnungshaus/Mensa hinkommen. Daran schließt sich als architektonische Einheit der Schulneubau an. Er schlängelt sich fast bis zum Brunnen und wird einmal Fach- und Klassenräume beherbergen. Die Mensa soll vom ganzen Schulzentrum genutzt werden, sie ist an den städtischen Veranstaltungssaal angebunden, der dann bei Bedarf vergrößert werden kann. Hinzu kommen diverse Seminar- und Jugendräume im Begegnungszentrum. Die Bühne soll beidseitig genutzt werden können: für Veranstaltungen drinnen und draußen. "Einmalig in Rheinland-Pfalz", weiß Ratsmitglied Achim Schmitt. Vielleicht kann er ja als Vorsitzender des Schachklubs Schweich das nächste große Turnier schon im neuen Bürgersaal planen? An diesem Wochenende werden die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften noch in der Bodenländchen-Halle ausgetragen.

Bevor Bruch fährt, heitern sich doch noch die Mienen auf. "Ich werde das positiv begleiten", sagt er, "wir telefonieren nächste Woche."