Der mit dem Löwen tanzt

Ein ungesicherter Sprung in die Tiefe aus zwölf Metern Höhe, Zähne fletschende Raubtiere und Clownerie, die von Herzen kommt: Der Premieren-Besuch im Zirkus Charles Knie brachte zweieinhalb Stunden Spaß und Spannung. Das Unternehmen gastiert bis Sonntag im Messepark.

Trier. Einen Pudel, der sich tot stellen und später "Halt die Schnauze" sprechen kann, hat nicht jeder Zirkus aufzuweisen. Die Nummern mit dem putzigen Hund sind nur eine von vielen Auftritten, die das zweieinhalbstündige Programm ausgesprochen kurzweilig machen. Zirkus Knie wurde vor elf Jahren gegründet, berichtet die Zirkus-Sprecherin und Artistin Maria Varfi. Mit dem "klassischen Zirkus, wie er früher war", habe sich der heutige Inhaber, Sascha Melnjak, einen Kindheitstraum erfüllt. Genau dieses Kriterium trifft Circus Knie mit seinem Programm. Hervorragend dressierte Pferde wechseln sich ab mit Ring- und Keulen-Artistik.Gewagte Luftakrobatik

Spannend die gewagte Luftakrobatik mit dem Schwungseil in luftigen acht Metern Höhe von Elaine Courtney unter der Zirkuskuppel - ungesichert, versteht sich. Es folgt die Tierdressur: Lamas, Zebras, Kamele und ein Känguruh machen die Runde und werden von großen Kinderaugen bestaunt. Charmant der Jongleur Anthony, der wie seine Artistenkollegen mit ansteckender Begeisterung auftritt. Ebenfalls erste Sahne die Raubtiernummer. Der englische Dompteur Alexander Lacey wird von Fachleuten zu einem der besten Tierlehrer der Welt gezählt. Mit dem 350 Kilogramm schweren Löwenmann Massai, drei Löwinnen, einem sibirischen und drei bengalischen Tigern zeigt Lacey spannende Tierdressur, für die er buchstäblich seinen Kopf hinhält - nämlich in das gewaltige Maul von Massai. Die Dressur wurde vor vier Jahren beim Zirkusfestival in Monte Carlo mit dem Silbernen Clown ausgezeichnet. Nach der Elefantendressur und dem Bauchredner toppt Anthony Wandruschka die Darbietungen. Der Gewinner fast aller bekannten Zirkus-Festivals und Star des größten Zirkus der Welt, des amerikanischen "Ringling Bros. & Barnum and Baily", tourt diese Tournee mit dem Zirkus Charles Knie durch Deutschland. Aus zwölf Metern Höhe springt er in die Tiefe - ohne Netz und doppelten Boden. "Man kann nicht mehr hinsehen", raunt die Sitznachbarin leicht blässlich. Dass anschließend mit feuchten Händen viel Applaus gespendet wird, hängt jedenfalls nicht nur mit den sommerlichen Temperaturen zusammen. Tellerwerfer und eine Show mit Seelöwen runden das Programm ab, das mehr als nur familientauglich ist.Vorstellungen täglich 15.30 Uhr und 19.30 Uhr; am Sonntag 11 Uhr und 15.30 Uhr. Die Tiergehege mit mehr als 80 Tieren sind täglich von 10 bis 13 Uhr geöffnet, Eintritt: drei Euro.