Der Nachbar zahlt mit

Ausgediente Autoreifen, ein maroder Staubsauger, ausrangierte Fußleisten und Türen liegen derzeit auf öffentlichen Flächen der Gemeinde Fell. 265 Tonnen Müll wurden im Jahr 2007 im Kreis Trier-Saarburg rechtswidrig entsorgt.

Fell. (kat) "Das hier ist eine Riesensauerei, das muss an die Öffentlichkeit", sagt ein aufgebrachter Bürger, der namentlich nicht genannt werden möchte. Entlang eines Wirtschaftweges in der Gemarkung Fell, ein paar Hundert Meter von der Mülldeponie in Mertesdorf entfernt, liegt jede Menge Schrott und Abfall zwischen Hecken und Bäumen. "Es ist nur noch ein Katzensprung bis zur Deponie", sagt der Bürger. Dort hätten der Müll für wenige Euros und die Elektrogeräte kostenlos legal entsorgt werden können.

Helmut Schneiders, Ortsbürgermeister aus Fell, vermutet, dass vor allem dann Müll illegal in Deponie-Nähe abgeladen wird, wenn die verantwortungslosen "Entsorger" dort vor verschlossenen Türen stünden. "Es sind komplette Wohnungseinrichtungen, die während eines Jahres illegal abgeladen werden", sagt Schneiders. Und das koste die Gemeinde und letztlich den Steuerzahler Geld. "Ist der Verursacher nicht zu ermitteln, dann kommt es darauf an, wem das Grundstück gehört", sagt Uwe Blum von der Unteren Abfallbehörde der Kreisverwaltung Trier-Saarburg. Ist etwa das Land, der Kreis oder die Gemeinde Eigentümer, dann geht die Entsorgung auf Kosten der jeweiligen Körperschaft, die dann laut Landes-Abfallwirtschafts-Gesetz verpflichtet ist, den Müll dorthin zu bringen, wo er hingehört. Etwa ein Drittel der Verursacher könne ermittelt werden, sagt Uwe Blum. Wer Müll illegal ablädt, begeht auf alle Fälle eine Ordnungswidrigkeit, und es handelt sich um eine Straftat, wenn der Abfall umweltbelastend ist.

Im Kreis Trier-Saarburg seien im Jahr 2007 265 Tonnen Müll illegal abgeladen worden. "Es handelt sich um etwa 180 Fälle", sagt Blum. Die Zahl für 2008 stehe noch nicht fest.